Born to be free – Teil 1

Vor über 20 Jahren habe ich im Rahmen eines Glaubenskurses eine Erfahrung mit Gott gemacht. Seitdem versuche ich Jesus Christus zu folgen und als sein Jünger zu leben. Immer wieder habe ich seitdem Gottes heilende Nähe erlebt.

Nach meiner Beobachtung ist es so: Je tiefer unsere Beziehung zu  Jesus Christus ist, umso mehr werden wir innerlich und äußerlich freier, wenn wir es wagen, Gottes Sicht auf uns ernst zu nehmen und zu leben.

Was meine ich damit? Vielleicht mag ein Blick auf die Bindungspsychologie hilfreich sein. Ein sogenanntes sicher gebundenes Kind weiß, dass es geliebt wird, dass seine Eltern ihm etwas zutrauen und es Fehler machen darf. Das führt dazu, dass solche sicher gebundenen Kinder, sich auch in schwierigen oder undurchsichtigen Situation etwas trauen und ihre Angst überwinden können. Solche Kinder haben die Zuwendung und das Zutrauen der Eltern in einer Weise verinnerlicht, dass sie wissen: „Ich bin gut, ich bin geschützt, ich darf mich etwas trauen.“

In gewisser Weise ist es mit unserer Beziehung mit Gott ähnlich. Unser Gottesbild und unsere Erfahrung mit Gott bestimmt, ohne dass es uns immer bewusst ist, wie wir von uns selbst denken und wie wir als Christen leben. Oft gehen wir davon aus, dass Gott genauso über uns denkt, wie die anderen oder ich über mich selbst. Denke ich schlecht über mich, besteht die Gefahr, dass ich in gewisser Weise davon ausgehe, dass auch Gott schlecht über mich denkt; auch wenn mein Verstand mir sagt, Gott ist gut, Gott ist Liebe. Die Folgen können verheerend sein! Das Gebet wird pflichtschuldig verrichtet, man glaubt, Gott nicht zu genügen, es macht keinen Spaß oder man verfolg neidisch, wie gut es den anderen geht.  Dazu die ständige innere Spannung und Unzufriedenheit im Gebet.

Was hat das mit eucharistischer Anbetung zu tun?

Ich durfte in den letzten Jahren immer häufiger die Erfahrung machen, dass ich gerade in der besonderen eucharistischen Gegenwart Jesu, an die wir als katholische Christen glauben dürfen, oft die göttliche Gegenwart und Liebe erfahre, die mich verändert. Ich weiß, ich schaue Gott an und er schaut mich an (Johannes Maria Vianney, Pfarrer von Ars) und sein Blick ist Liebe, Wohlwollen und sein großes JA zu mir. Und ich erlebe, dass ich diesen Blick zunehmend übernehme und dass er mein Erleben und mein Handeln verändert. Ich werde freier und spontaner, da ich mich unter dem Blick Gottes weiß. Dazu gehört allerdings auch eine gewisse Entscheidung: Wem glaube ich mehr? Gott?  Oder meiner Sicht über mich selbst? Oder, was andere über mich sagen und denken?

Was meinst Du?

Im zweiten Teil beschäftige ich mich mit dem Thema, wer wir in Gottes Augen sind.

 

2 Gedanken zu „Born to be free – Teil 1“

  1. Lieber Thomas, herzlichen Dank für Deine so wervollen Beitrag und die Einladung, auch ich habe die Erfahrung gemacht vom Eucharistischen Herrn Heilung, Liebe, Befreiung und Freude zu erhalten. Seit dem laufe ich intensiv immer wieder zu IHM um zu seinen Füssen zu sitzen, wie Maria – diese übergroße, zärtliche, sanfte Liebe die sich in der Anbetung der Eucharistie auf uns gießt führt mich immer tiefer in eine Beziehung mit JESUS…Durch Anbetung findet Befreiung und Verankerung gleichtzeitig statt…meine Seele wird von den Lasten, Sorgen und Ängsten befreit, mein Geist fühlt die Freiheit der Entscheidung GOTT zu lieben, mich für IHN zu entscheiden, weil ER mich liebt, weil ER mich trägt, erst diese LIEBE, die Er mich dann spüren läßt verankert mich in IHM…immer mehr lerne ich, dass ich weniger machen muß, denn alles ist ein Geschenk, ewig strömend…wir müssen nur den ersten Schritt wagen und Kommen – hier bin ich Vater…ich bin zurück! LG und vielen, vielen Dank Shalom Mirela

    1. Liebe Mirela, ich kann das nur unterstreichen. Es gibt von Johannes Paull ii eine Äußerung, die gut ausdrückt, was ich bei der Anbetung oft erlebe: „Die Liebe entzündet sich am Herzen Jesu und führt sich selbst und andere in dieses Herz hinein.“ LG und Gottes Segen. Thomas

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