Jesus lässt erblindeten Ex-Satanisten Zachary King wieder sehen

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Zachary King mit einem Priester vor der Basilika St. Madeleine, Provence, in der Sr. Briege McKenna während des ADORATIO-2014-Kongresses für ihn gebetet hat (das Bild dürfen wir mit seiner freundlichen Genehmigung nutzen)

24. Juli 2014. „Zachary musste vor Freude weinen, als er zum ersten Mal wieder seine Frau sehen konnte“, gibt Father Sean Davidson per Mikrofon während der Abschlußmesse des eucharistischen Kongresses ADORATIO 2014 im südfranzösischen St. Maximin-la-Sainte-Baume durch. Freudenrufe und Applaus kommen in der Basilika St. Madeleine (hl. Maria Magdalena) auf. Vor zwei Tagen hatte der in Folge von Diabetes erblindete Zachary King ein beeindruckendes Zeugnis seiner Bekehrung aus dem Satanismus gegeben, und damit nicht nur mein Herz angerührt.

Beim „Abend der Barmherzigkeit“ mit Sr. Briege McKenna, die international wegen ihres Heilungsdienstes bekannt ist, hatte ich Zachary noch mit seinem Blindenstock gesehen, wie er von seiner Frau zu seinem Platz geführt wurde. Doch hat es dem Herrn gefallen, nicht während dieses Kongress-Höhepunktes Zacharys Sehen entscheidend zu verbessern.

Am nächsten Morgen hatte Sr. Briege McKenna die Reliquie des heiligen Sidonius über ihn gehalten und für ihn gebetet. Sidonius, oder Celidonius, ist nach der Überlieferung der geheilte Blindgeborene aus dem Johannesevangelium. Er war mit der ebenfalls aus der Bibel bekannten Maria Magdalena, Marta und Lazarus aus dem alten Israel vertrieben und nach Südfrankreich gekommen, um Christus zu verkünden. Der Ex-Satanist Zachary King nun war entgegen des ärztlichen Rates aus seiner Heimat USA nach Frankreich gereist, um Zeugnis bei ADORATIO-2014 zu geben, obwohl eine dringende Augenoperation anstand. Dass er nun im strahlenden Morgenlicht vor der Basilika wieder sehen konnte, und zudem auf die besondere Fürsprache des Blindgeborenen aus dem Evangelium, welch ein Geschenk Jesu! Es hat mich sehr berührt.

„Sein Sehen ist noch nicht wieder ganz hergestellt“, höre ich Father Sean, der einer der ‚Missionaries of the Most Holy Eucharist‘, weiter ausführen. „Er kann ein wenig sehen, aber noch nicht sehr klar. Er bittet euch um euer weiteres Gebet. In der nächsten Woche hat er einen Termin mit seinem Arzt.“ Da zieht mich meine jugendliche Tochter ungeduldig an meiner Bluse nach ihrem ersten ‚Das-ist-ja-cool‘ und fragt: „Ist er nun geheilt oder nicht?“ „Es ist eine Verbesserung, aber noch keine ganze Heilung“, übersetze ich Father Shawn, vielleicht hatte sie sein Englisch nicht richtig verstanden. Aber ich sehe die eigentliche Frage meiner Tochter in ihren Augen, die sich mir ebenso stellt. Warum hat Jesus Zachary nicht vollständig geheilt? Der Herr hat doch die Macht dazu?

Sehr dankbar bin ich, und immer noch sehr gerührt, und doch bleibt diese Frage. Je mehr ich, noch auf der Rückfahrt nach Deutschland, darüber nachdenke, ertappe ich mich dabei, wie ich Jesus dafür einspannen will, doch bitte ganz nach meinen Wünschen zu handeln. Wie armselig bin ich doch, der Herr habe Erbarmen mit mir.

Ich erinnere mich an den Satz von Romano Guardini, eines bekannten katholischen Theologen: „Der Geist, der in Jesus waltet, hat Macht zu heilen, von den Wurzeln her zu heilen, weil er fähig ist zu schaffen, den inneren Anfang des Lebens zu erfassen und neu zu machen“ (in Der Herr, S. 53). Liegt nicht das Handeln Jesu auf dieser Linie, „von den Wurzeln her zu heilen“? Jede Heilung ist eine individuelle Begegnung mit Jesus Christus, dem auferstandenen Herrn. Geht es dem Herrn nicht um viel mehr, als nur um die Heilung des Leibes? Er sieht mich als Ganzes. Geist. Psyche. Leib.

Seine erste und wichtigste Heilung ist die von der Wunde meiner Sünde und des daraus folgenden Getrenntseins von Gott. Er will den Anfang meines Lebens neu schaffen, er will mich immer weiter „umschaffen“ (Guardini) in einen Menschen, der ganz in ihm und aus ihm heraus lebt, er will mich zu dem neuen Menschen umgestalten, von dem Paulus in den Evangelien spricht (vgl. Röm 5, 12-21; Eph 4, 17-24), er will mich immer mehr zu seinem Ebenbild machen, einem Menschen, der durch und durch Liebe ist.

Und bestimmt sich nicht von hier aus, wie der Herr handelt? Auch bei der Heilung des Leibes? Aus einer Rundmail erfahre ich von Zacharys Frau, dass es dem Arzt tatsächlich nicht erklärbar ist, warum eine Verbesserung des Sehens eingetreten ist, und von seiner Facebook-Seite, dass sich sein Sehen zwar verbessert hat, dass eine Operation aber dennoch notwendig sein wird.

„Was immer Gottes Wille für seine Augen ist, wir sind sehr gesegnet“, lese ich. Zachary und seine Frau machen es mir vor. Das Wichtigste ist die Annahme dessen, was der Herr tut und wie er es tut. Dieses lehrt uns die Kirche in der römischen Instruktion über die Gebete um Heilung durch Gott aus dem Jahr 2000: „Unter der Voraussetzung, den Willen Gottes anzunehmen, ist die Sehnsucht des Kranken nach Heilung gut und zutiefst menschlich, vor allem, wenn sie sich im vertrauensvollen Gebet zu Gott ausdrückt“ (S. 9).

Auch die heilige Teresa von Avila, eine unserer Kirchenlehrerinnen, führt in ihren ‚Buch meines des Lebens‘ bezüglich Heilung aus: „Wie ich mich so erlebte, gelähmt und noch so jung, und wie mich die irdischen Ärzte zugerichtet hatten, entschloss ich mich, meine Zuflucht zu den himmlischen zu nehmen, damit sie mich heilten. Denn ich hatte durchaus den Wunsch, gesund zu werden, auch wenn ich alles mit großer Freude trug, … doch glaubte ich immer noch, dass ich Gott als Gesunde viel besser dienen könnte. Das ist unser Irrtum, dass wir uns nicht ganz und gar in das fügen, was der Herr tut, denn er weiß besser, was gut für uns ist.“ (S. 128)

Wenn meine oft vordergründigen Wünsche nicht sofort und direkt erfüllt werden, darf ich den Herrn bitten, mir zu zeigen, was er mich aktuell lehren und welchen Weg er jetzt mit mir gehen will. Das kann durchaus bedeuten, mit Glauben beharrlich weiter um die volle, körperliche Heilung zu beten, so wie Zachary uns darum bat.

Darf ich nicht gewiss sein, dass gleich, was der Herr an Heilung schenkt oder was mir an Leiden und Warten zutraut, er mir alle Kraft, Mittel und Gnaden schenkt, um es mir zum geistlichen Nutzen werden zu lassen auf dem Weg , der neue Mensch in Christus zu werden? Danke Jesus für alles, was Du tust!

Was sind eure Erfahrungen? Wie geht es euch damit?

fb Titel Basilika St Madeleine WATERMARK

Die Basilika St. Madeleine im südfranzösischen St.-Maximin-la-St.-Baume, wo der ADORATIO-2014-Kongress stattfand

2 Gedanken zu „Jesus lässt erblindeten Ex-Satanisten Zachary King wieder sehen“

  1. Danke, lieber Thomas, Du sprichst mir aus dem Herzen, und es stimmt, in allen Bereichen heil zu werden sind komplexe Prozesse, Schritt für Schritt, und Jesus trägt und hält uns dabei. Und schenkt das, was wir brauchen und wie es uns nützlich ist. Ja, Gott ist so gut!
    Einen lieben Gruß, Ruth

  2. Das trifft es: Heilung von den Wurzeln. Unser Herr ist der vollkommene Therapeut für Körper, Seele und Geist. Schritt für Schritt und alles baut aufeinander auf. Dies darf ich seit 2001 bewusst erfahren. Gelobt sei Gott!!

    Liebe Grüße von Thomas

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