Die Weihe #6 – konkret

Durch die Weihe an das Allerheiligste Sakrament möchten wir zu einen intensiven Leben aus den Sakrament der Eucharistie gelangen. Diesem wollen wir besonders Ausdruck geben, indem wir

1   tägliche Anbetung halten, möglichst eine Stunde, so wie es der Alltag erlaubt, wenn möglich vor dem ausgesetzten Allerheiligsten, einem Tabernakel, oder in geistiger Weise z.B. an einem Gebetsplatz zuhause.

2   Sollten wir vor verschlossenen Türen stehen, bitten wir den Ortspfarrer oder den jeweils zuständigen Priester, die Kirche oder Kapelle zu öffnen oder öffnen zu lassen, damit eine persönliche Anbetungszeit vor dem Tabernakel oder dem ausgesetzten Allerheiligsten möglich ist.

3   Die regelmäßige Anbetung ist die Quelle der Gnaden für diesen geistlichen, eucharistischen  Weg. Durch die regelmäßig gehaltenen Stunden Anbetung in der heiligsten Gegenwart Jesu werden wir vertrauter mit ihm, und er kann uns zum Beispiel leichter auch während unserer Beschäftigungen und Aktivitäten im Alltag berühren.

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4   Wir bemühen uns um die gute Gewohnheit, während unserer alltäglichen Aktivitäten, in den Wechselfällen des Lebens, in Freude und Leiden, immer in geistiger Weise Jesus zu lieben und anzubeten, und so unseren Alltag von ihm durchdringen zu lassen.

5   Aus dem eucharistischen Christus zu leben heißt ebenso für uns, oft die heilige Messe mitzufeiern und Christus zu empfangen. So wollen wir die Messe mit innerer Leidenschaft mitfeiern und Christus mit liebendem und anbetendem Herzen empfangen.

6   Die regelmäßige Beichte ist uns ein Anliegen, wenn möglich mindestens einmal im Monat, gerade auch wegen des häufigen Kommunionempfangs.

7   Der Tisch des Brotes und der Tisch des Wortes gehören für uns eng zusammen. Wir wollen das Wort Gottes ehren und uns von ihm nähren lassen durch tägliche Schriftlesung, z.B. vor dem Allerheiligsten.

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8   Wir wollen darauf hören, in welcher Weise wir vielleicht als Laien gerufen sind, dem eucharistischen Christus wieder mehr Geltung zu verschaffen. Das kann z.B. sein, in unserer jeweiligen Gemeinde eine eucharistische Anbetung ins Leben rufen, neue Formen von Anbetung zu gestalten oder neue Möglichkeiten zu finden, über die Eucharistie zu sprechen; dieses immer im Gehorsam zu den zuständigen Priestern und im Einklang mit der katholischen Lehre.

9   Der Gründonnerstag als Tag der Einsetzung der Eucharistie soll, wenn die Umstände es zulassen, der Tag sein, an dem die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament vollzogen wird. Genauso soll Gründonnerstag der Tag für eine jährliche Erneuerung der Weihe sein. Es soll nicht während der Gründonnerstagsliturgie stattfinden, sondern während der Anbetungszeit auf den Karfreitag hin.

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Fronleichnam, als Tag des besonderen Festes der der Eucharistie, kann ebenso der Tag sein, an dem die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament und ihre jährliche Erneuerung vollzogen wird. Da es an Fronleichnam in der Regel neben der Sakramentsprozession und der feierlichen Abschlussliturgie keine extra eucharistische Anbetung gibt, muss geschaut werden, wie die Umstände es zulassen.

So kann das Weihegebet privat während der Sakramentsprozession gesprochen werden.  Falls es priesterliche Unterstützung dafür gibt, könnte die Weihe als öffentlicher Akt während der Abschlussliturgie stattfinden, oder aber nach der Abschlussliturgie bei einer extra angesetzten eucharistischen Anbetung. Das hängt von der jeweiligen Situation ab.

Immer aber ist es möglich, ein solches privates Weihegebet vor dem Tabernakel zu sprechen. Auch die Tage Gründonnerstag und Fronleichnam sind ohne Frage nur Empfehlungen. Bei der Kirche unter Verfolgungssituationen oder dort, wo es nicht einmal mehr Zugang zu einem Tabernakel gibt, kann eine solche Weihe und ihre Erneuerung selbstverständlich allein über eine geistige Verbindung mit dem eucharistischen Christus erfolgen.

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Optimal ist in jedem Fall, wenn all dieses in Begleitung eines Priesters geschieht.

10   Empfohlen wird eine sechswöchige Vorbereitungszeit, ähnlich strukturiert wie Exerzitien im Alltag. Wenn es  mehrere Interessierte gibt, beinhaltet dieses zum Beispiel wöchentliche Treffen mit demjenigen, der die Vorbereitung übernommen hat. Individuelle Begleitungsgespräche sollten in diesem Fall zusätzlich angeboten werden.

Bei den wöchentlichen Treffen wird jeweils ein Impuls für die kommende Woche gegeben und die vergangene Woche reflektiert.  Ist nur ein Interessierter da, genügt ein wöchentliches Begleitungsgespräch. In dieser Vorbereitungszeit soll die eucharistische Anbetung bewusst praktiziert und reflektiert werden, um sich mit einem solchen Weg  besser kennenzulernen. Ist der Gründonnerstag der Weihetag, kann dafür die Fastenzeit genommen werden.

Optimal liegt die Vorbereitung auf die Weihe in den Händen eines Priesters, der eine tiefe Beziehung zum eucharistischen Christus lebt und selbst ein aktiver Anbeter ist. Sollte dieses nicht machbar sein, kann die Vorbereitung durch Ordensleute oder einfache Gläubige geschehen, die eine tiefe Beziehung zum eucharistischen Christus pflegen und bezüglich der Eucharistie theologisch gebildet sind.

Hier findest du mehr über die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament:
Einführendes
#1 Die Weihe: Ein Weg der Heilung
#2 Die Weihe: Ein Weg der Heiligung
#3 Die Weihe: Eine Gnade zur Aufrichtung der Kirche
#4 Die Weihe: Ein Zeugnis für die Eucharistie
#5 Die Weihe: Maria, die eucharistische Frau