Jüngerschaft #2 Jesus Herz – Feuerherd der Liebe

JÜNGERSCHAFTSKURS  2. Einheit

Liebe Freunde, willkommen zu unserer zweiten Jüngerschaftseinheit, die wir hier auf unserem Blog mit euch teilen möchten. Wir freuen uns, wenn diese Einheiten für euch hilfreich sind, in der Jüngerschaft Jesu weiter zu gehen. Es ist ein so spannender Weg! Weiterhin viel Freude damit!

Du findest hier, warum ein starkes Fundament des Glaubens wichtig ist, und wie entscheidend es ist, die leidenschaftliche Liebe Gottes und sein brennendes Herz für uns immer mehr zu erkennen. Und schließlich geht es darum, dass dieser Feuerherd der Liebe tatsächlich noch heute unter uns ist: Jesus gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament.

Das Fundament ist wichtig

Vorab: Warum ist es wichtig, ein starkes Fundament des Glaubens zu legen? Denn darum geht es hier in dem Jüngerschaftskurs. Jesus selbst gibt uns die Antwort im Gleichnis vom Hausbau (vgl. Mt 7, 24-27). Er spricht davon, wie wichtig es ist, worauf – also auf welches Fundament – ich mein Haus baue. „Haus“ kann hier für vieles stehen.

Worauf baue ich mein Leben, worauf baue ich meine Zukunft? Und auch, worauf ist mein christlicher Glaube gebaut? Auf Sand? Oder auf Felsen, einem starken Fundament? Vom Fundament hängt es ab, ob das Haus, respektive mein Glaube, den Stürmen des Lebens standhält.

Ungewiss ist, welche Stürme kommen; gewiss ist, dass sie kommen. Stürme können sein: zerbrochene Beziehungen, Verlust der Arbeitsstelle, finanzielle Turbulenzen, problematische Diagnosen, geplatzte Träume, plötzliche Todesfälle oder, oder, oder. In den Stürmen wird ersichtlich, auf welchem Fundament ich stehe.

Beim Gleichnis über den Hausbau sprich Jesus davon, dass derjenige, der seine Worte hört, und ihnen folgt, sein Haus auf Fels gebaut habe (vgl. Mt 7, 24-27). Als Teilnehmer an einem Jüngerschaftskurs hast du dich schon für das grundlegende Fundament „Jesus“ entschieden, und das ist wunderbar!

Beim geistigen Hausbau nun ist es wichtig, diesen Grundstein „Jesus Christus“ immer besser kennenzulernen. Dann festigt und verstärkt sich diese Grundlage. Es ist wie ein geistliches Gesetz: Die immer größere Erkenntnis, wer und wie Jesus ist, stärkt und kräftigt unseren Glauben. Die Basis wird fester, dichter und stärker, und wir können immer besser in Stürmen standhalten und uns als Jünger Jesu bewähren.

Gottes Liebe brennt leidenschaftlich für uns

Eine wesentliche, grundlegende Erkenntnis über Jesus Christus ist: Seine Liebe für uns ist eine leidenschaftliche, brennende Liebe. Warum ist das wichtig, gerade in Bezug auf Jüngerschaft? Die Erkenntnis der Liebe Gottes, die immer tiefer werdende Erkenntnis dieses Feuerherdes der Liebe, die für uns brennt, entflammt uns und lässt in uns eine Leidenschaft für Jesus entbrennen, die unglaublich wertvoll und tragend für das Leben von Jüngerschaft ist. Der bekannte Theologe Hans-Urs von Balthasar bemerkt treffend:

„Das Feuer der Leidenschaft wird zumeist aus dem Holz der Erkenntnis geschlagen.“ [1]

In Jesus Christus verkörpert sich die göttliche Liebe des Vaters zu uns. Die Liebe Jesu zu uns und die Liebe des Vaters sind eins, sie sind nicht unterschieden voneinander. Jesus Christus, der Sohn Gottes, die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit hat eine leidenschaftliche, und brennende Liebe für seine Geschöpfe.

Gott selbst ist die Liebe (vgl. 1 Joh 4, 16b). So dürfte uns das nicht verwundern, und doch ist es für uns oft doch schwer fassbar. Vielleicht müssen deshalb unzählige Predigten und Vorträge gehalten und Unmengen von Büchern darüber verfasst werden, dass Gott uns liebt. Und er tut es mit brennendem Herzen, leidenschaftlich, mit Feuer.

Wir denken, es ist eines der wichtigsten Fundamente für das Leben von Jüngerschaft, aber auch für Glauben an sich, die leidenschaftlichen Liebe Gottes immer mehr zu erkennen und tief zu verinnerlichen. Die Heilige Katherina von Siena, Mystikerin und Kirchenlehrerin aus dem 14. Jahrhundert, – eine Mystikern dieses Liebesfeuers Gottes – schreibt in ihrem Brief an den Mailänder Fürst Bernabó Visconti:

„Bedenkt, dass Ihr geliebt wurdet, bevor Ihr lieben konntet! Denn als Gott in sich hineinblickte, verliebte er sich in die Schönheit seiner Geschöpfe und wurde so sehr hingerissen vom Feuer seiner unschätzbaren Liebe, dass er uns erschuf …“ [2]

Immer wieder spricht die heilige Katharina von Siena von diesem leidenschaftlichen Feuer der Liebe. Feuer, ein Ursymbol der Menschheit, war und ist bis heute ein starkes Bild für die Macht und Intensität der Liebe. Wir selbst sprechen manchmal von heißer und glühender Liebe, Verliebte sprechen davon, für jemanden ‚Feuer und Flamme‘ zu sein.

Im Hohelied der Liebe spricht der Bräutigam zur Braut über die Liebe, und wir dürfen dieses als Verhältnis von Christus zur einzelnen Seele und zur Braut, die die Kirche ist, auslegen:

„Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen, auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn.“ (Hld 8, 6-7)

In einem anderen Brief legt die heilige Katharina dar, dass es dieses gleiche leidenschaftliche Feuer der Liebe war, das Gott bewog, in Jesus Christus Mensch zu werden und unsere Sünden am Kreuz zu verbrennen [3], nachdem seine geliebten Geschöpfe sich von ihm abgewandt hatten und in Sünde gefallen waren.

Doch als Geschöpf Gottes bleibt es, dass der Mensch aus Liebe für die Liebe geschaffen wurde; und so kann er auch durch nichts besser angezogen werden als durch die Liebe. Die heilige Katharina bezeichnet Jesus als „Angel Gottes“[4], die er ausgeworfen hat, um uns durch vollkommen gelebte Liebe an sich zu ziehen.

Das brennende Herz Gottes für uns

Mit Jesus Christus hat Gott ein gottmenschliches Herz. Das Herz war schon immer ein Ursymbol, fast schon ein Archetypus für die Liebe. Mit ‚Herz‘ verbinden wir unwillkürlich Liebe, Liebe verorten wir im Herzen des Menschen. Unter Herz als dem Ort der Liebe verstehen wir dabei mehr als das lebenswichtige Organ, das Blut durch unsere Adern pumpt.

Mit dem Herzen verbinden wir das tiefste Geheimnis des Menschen, eine Leib und Seele verbindende Lebensmitte, sogar das Zentrum des Menschen. Wenn uns etwas nahe geht, dann sprechen wir davon, dass unser Herz berührt wurde. Damit wollen wir mehr sagen, als dass irgendetwas besondere Gefühle in uns ausgelöst hat. Wir sagen damit, dass uns etwas in der Tiefe unserer Person getroffen hat.

Nach alttestamentlichen Verständnis, und auch noch weit darüber hinaus, wurde das Herz so sehr als Mitte der Person angesehen, dass, mit ‚Herz‘ eine ganze Person bezeichnet werden konnte; zumindest ihr gesamter Charakter, inklusive des Gefühls, der Gedanken und Motivationen konnten mit dem Begriff ‚Herz‘ beschrieben werden.  [5]

Als Jesus Christus aus dem göttlichen Feuer der Liebe heraus unsere Menschnatur angenommen hat, um uns zu erlösen und den Weg zur Erlösung zu zeigen, bekam er ein ganz konkretes Herz, ein Herz aus Fleisch und Blut. Die unendliche und nicht fassbare Liebe Gottes pulsierte nun in einem leiblichen Herzen. In einem solchen gottmenschlichen, leiblichen Herz konzentrierte und verdichtete sich die unendliche Liebe Gottes.

Unaufhörlich strömte sie von ihm auf die Menschen, die ihm auf seinen Wanderungen begegneten, voller Erbarmen und Heilung. Und dieses gottmenschliche Herz war ein einziger Feuerherd der Liebe, voller Leidenschaft und brennend für uns.

Als die heilige Maria Alacoque, eine Dominikanerin in Paray-le-Monial im Frankreich des 17. Jahrhunderts, Christus in einer Vision schaute, zeigte er ihr sein Herz. Sie sah ein Herz, aus dem Flammen schlugen und das ganz von Feuerflammen umgeben war:

„Überall aus seiner heiligen Menschheit drangen Flammen hervor … Dann zeigte er mir sein Herz, das der Quell dieser Flammen war.“ [6]

Diese Vision ist vor allem ein starkes Symbol, ein starkes Zeichen für die göttliche Liebe für uns. Doch es ist noch viel mehr als das. Denn dieses Symbol ist von einer Realität gedeckt. Es ist von der Realität der göttlichen Liebe Jesu zu uns gedeckt, vor der ein solches Bild nur verblassen kann.

Die Vision der heiligen Maria Alacoque

Entscheidend ist für uns, zu begreifen oder tiefer zu erkennen, dass diese brennende Liebe Gottes, dieses brennende Herz Gottes heute noch unter uns ist. Als das Wort unser Fleisch annahm und Mensch wurde (vgl. Joh 1, 14), war dieses nicht nur für eine kurze Zeit bestimmt.

Sondern Gottes Menschwerdung bleibt für alle Ewigkeit. Dieser liebende Gott, der in Jesus Christus Mensch wurde, am Kreuz für unsere Sünden starb und von den Toten auferstand, bleibt in alle Ewigkeit der Menschensohn, der nun zur Rechten des Vaters sitzt. Ebenso ist er mit seinem ewig brennenden, leidenschaftlichen Herzen unter uns gegenwärtig. Das ist die beste Nachricht: Er ist noch ganz konkret unter uns.

Der Feuerherd der Liebe ist noch heute konkret unter uns

Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dieses brennende, leidenschaftliche Herz Jesu die Eucharistie ist. Das sagt unser Glaube, Christus ist bis heute in mehrfacher Weise unter uns, aber

„vor allem unter den eucharistischen Gestalten“ [7].

Dort, wo der ganze Christus mit seinem Leib ist, da ist auch sein Herz; und wir kommen hier dem Verständnis nahe, dass nach alttestamentlicher Vorstellung das Herz die ganze Person darstellt.

Interessanterweise wurde bei einem eucharistischen Wunder in Polen vor gar nicht langer Zeit in einer konsekrierten Hostie, die sich zum Teil in ein Stück menschliches Fleisch verwandelt hatte, ein menschliches Herzmuskelgewebe nachgewiesen.

Ein Teil der Hostie verwandelte sich in ein Stück Herzmuskelgewebe (Fotonachweis: Bistum Liegnitz)

Dieses Wunder geschah 2013 im polnischen Legnica (Liegnitz) und wurde nach aufwändigen wissenschaftlichen Untersuchungen zuerst vom zuständigen Bischof von Legnica und 2016 ebenso von Rom anerkannt [8].

Durch Heilungen bezeugt sich Christus in der Eucharistie ebenso. Père Daniel Ange, ein französischer Priester und Gründer der Evangelisationsschule jeunesse-lumière (Jugend-Licht) berichtet aus seiner Seelsorge:

„Ein afrikanisches Mädchen, das in eine Universitätsklinik eingeliefert wird, fällt in ein irreversibles Koma. Seine Familie bittet ein Ehepaar …, etwas zu unternehmen. Wer kann das Mädchen (auf)erwecken, wenn nicht Jesus? Und wo ist Jesus zu diesem Zeitpunkt? Das Ehepaar bringt den Leib Christi auf die Intensivstation. Gerade als der Leib des Herrn die Lippen des Mädchens berührt, öffnet es Augen und Lippen. Die Krankenschwestern geraten in Panik, die Ärzte sind verblüfft. Nach mehreren Krankenkommunionen kann das Mädchen die Klinik verlassen.“ [9]

Weg der Jüngerschaft

Wir hoffen, dich mit diesem Beitrag auf deinem Weg der Jüngerschaft ermutigt zu haben und wünschen dir, dass du dich ganz von der Liebe Gottes entflammen und tragen lässt, so wie ein unbekannter Kartäuser-Mönch ausrief:

„Ach, wenn dein Herz nur ein wenig von der Liebe empfinge, von der das Herz Jesu zu uns brennt, dein Herz würde sie nicht in sich verschließen können. Wie ein Glutofen würde sie dich entflammen und verzehren!“ [10]

Hier geht es zur ersten Jüngerschaftseinheit:
Jüngerschaft #1 Vier grundlegende Aspekte Jüngerschaft #3 Das entscheidende Merkmal deiner Identität leben

Wann und wo die Jüngerschaftseinheiten stattfinden, siehst du hier.

 

Weitere Verweise und Anmerkungen

[1] Hans-Urs von Balthasar, zitiert in: Hartl, Johannes: In meinem Herzen Feuer. Witten, 2016, S. 132

[2] Katharina von Siena, Brief an Bernabó Visconti (Brief 28), zit. in: Herz Jesu – Feuerherd der Liebe. https://de.readkong.com/page/herz-jesu-feuerherd-der-liebe-8915630

[3] Katharina von Siena, Brief an Papst Gregor XI (Brief 196), zit. in: Herz Jesu – Feuerherd der Liebe. https://de.readkong.com/page/herz-jesu-feuerherd-der-liebe-8915630

[4] Katharina von Siena, Brief an Papst Gregor XI (Brief 246), zit. in: Herz Jesu – Feuerherd der Liebe. https://de.readkong.com/page/herz-jesu-feuerherd-der-liebe-8915630

[5] Biju-Duval, Denis: Le Psychique et le Spirituel. Paris, 2001

[6] Holböck, Ferdinand: Aufblick zum Durchbohrten. Salzburg, 1990, S. 224

[7] Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 1373

[8] https://de.catholicnewsagency.com/story/neues-eucharistisches-wunder-in-polen-0701

[9] Daniel-Ange: Die Eucharistie – Leib der Liebe. Linz (Österreich), 2006, S.135

[10] Unbekannter Kartäuser in Trier, 14. Jahrhundert.  Aus: Altdeutsche Herz-Jesu-Gedanken in: Deutsche Herz-Jesu-Gebete des 14. und 15. Jahrhunderts, Karl Richstätter S.J., Verlag Kösel & Pustet, 1926. auch: https://hl-herz-jesu.blogspot.com/2012/06/brennende-liebe.html

 

 

 

 

 

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