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Geheilt in Medjugorje

Erst vor ein paar Tagen war Coleen mit ihrem Ehemann in Medjugorje (1) angekommen, sie waren nun hier auf Rat des Priesters P. Aniello, des Ortspfarrers ihrer  Gemeinde in den USA. Trotz aller Beschwerlichkeiten angesichts des körperlichen Zustands von Coleen hatten sie die Reise nach Medjugorje auf sich genommen.

Die Pfarrkirche in Medjugorje (Foto: DeniseReilly@WallpaperSafari)

Seitdem Vicka, eine aus der Gruppe der (jetzt erwachsenen) Kinder, die davon berichtet hatten, die Muttergottes zu sehen, für Colleen gebetet hatte, war diese starke Hitze in ihrem Kopf, genau dort, wo der Gehirntumor saß. Nicht operierbar hieß es, diesen zu operieren, wäre vergleichbar mit dem Versuch, ein Kaugummi von Toilettenpapier zu lösen, so die Aussage der Ärzte.

Seit drei Jahren nun bestand die Diagnose, und der wachsende Gehirntumor begann allmählich, die Funktionen in Colleens Körper abzuschalten, inzwischen war sie auf einen Rollstuhl angewiesen. 

Das Kreuz auf dem Kreuzberg in Medjugorje (Foto: Ibaness86@WallpaperSafari)

Immer noch war die Hitze in ihrem Kopf, auch später während der heiligen Messe. Unmittelbar vor der Wandlung hörte Colleen in sich eine wunderbare Stimme sagen: „Willst du jetzt dein ganzes Herz und deine ganze Seele meinem Sohn geben?“ Sie sagte: „Ja, ich will.“ „Und willst du dein ganzes Herz und deine ganze Seele dem Vater geben?“ Sie antwortete: „Ja, ich will.“ „Und willst du dein ganzes Herz und deine Seele meinem Bräutigam, dem Heiligen Geist, geben?“ Wieder antwortete sie: „Ja, ich will.“ Dann sagte die Stimme: „Jetzt bist du ganz meine Tochter.“

Als der Priester dann bei der Kommunion die heilige Hostie auf Colleens Zunge legte und sie kommunizierte, konnte Colleen nichts mehr um sich herum hören, so erfüllt wurde sie von der Gegenwart Gottes.

Kommunion (Foto: thaysorrico @unsplash.com)

Plötzlich verschwand die Hitze aus ihrem Kopf, und auch die Schmerzen waren verschwunden. Doch kaum nahm sie dieses körperliche Geschehen wahr, weil die Erfahrung von Gottes Nähe so intensiv war, Tränen der grenzenlosen Freude liefen ihr über das Gesicht. 

Als die Intensität nachließ, merkte sie, dass sie ihre Zehen fühlen konnte, die vorher empfindungslos gewesen waren, auch Hände und Beine konnte sie frei bewegen. Später am Abend ging sie zum ersten Mal ohne Rollstuhl umher. Es war ihr sogar möglich, bei der Anbetung des Herrn zu knien und den Erscheinungsberg in Medjugorje zu besteigen.

Auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje (Foto: Steve65@WallpaperSafari)

Können wir uns die Freude von Colleens Familie vorstellen, als Colleen gänzlich geheilt und ohne Rollstuhl ihren Lieben am Flughafen in den USA entgegenging?

Wieder zurück in den USA hatte Pater Aniello den Herrn gefragt: „Warum hast Du Medjugorje als Ort der Heilung von Colleen ausgewählt?“ Nach dem dritten Mal des Fragens erhielt er die Antwort in seinem Herzen: „Ich habe Medjugorje für Colleens Heilung ausgewählt, weil ich die Anwesenheit meiner Mutter in der Welt bekannt machen will und meine heilende Gegenwart in der Eucharistie.“ (2)

Als ich dieses Zeugnis fand (3), hat es mich sehr berührt. Zum einen fühlen wir uns derzeit wieder sehr nach Medjugorje hingezogen  — war  es doch auch die erste Wallfahrt, die wir zu Beginn unserer Ehe als „frischgebackene“ Familie gemacht hatten.

Berührt hat mich aber besonders, dass mit diesem Zeugnis  die besondere Aufgabe Mariens, der Mutter des Herrn, sehr deutlich wird: Maria führt immer zu Jesus. Sie beansprucht und möchte nichts anderes. 

Anbetung in Medjugorje (Foto: tobiasdoering@unsplash.com

Auch führt sie zum eucharistischen Christus. Sie ist diejenige, die die besondere Erwählung hatte, unsern Gott und Herrn Jesus Christus in die Welt zu bringen und ihm Mutter zu sein — es ist ihre einzigartige Rolle bei der Menschwerdung Jesu. Da sie Jesus in ihrem Schoß leiblich trug, wird sie von der Kirche auch der „erste Tabernakel“(4) genannt. 

Insofern  ist es für mich nicht verwunderlich, dass viele Heilungen an den Orten, wo Maria besonders geehrt wird, im Zusammenhang mit heiliger Messe,  eucharistischer Anbetung  oder auch Sakramentsprozessionen geschehen, für letzteres ist Lourdes z.B. ein herausragendes Beispiel.

Immer führt uns Maria zu Jesus, und weist uns dabei besonders auf ihren Sohn in der heiligen Eucharistie hin. Colleens Zeugnis zeigt diesen Zusammenhang  auf wunderbare Weise.

 

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VERWEISE UND ANMERKUNGEN

(1) Medjugorje ist ein Pilgerort in Bosnien-Herzegowina und inzwischen als Gebetsstätte von der Kirche anerkannt. Seit 1981, so wird berichtet, erschien hier die Muttergottes einer Gruppe von Kindern; heute nicht mehr der ganzen Gruppe, doch wird noch heute von  Erscheinungen an einzelne der jetzt Erwachsenen aus der Gruppe berichtet. Maria stellt sich dort besonders als die Königin des Friedens vor. Nach ungefähren Schätzungen weist Medjugorje inzwischen einen Pilgerstrom von drei Millionen Besuchern jährlich auf (Stand 2019, siehe https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2019-08/bosnien-medjugorje-wallfahrt-pilgerzahl-steigt.html), besonders das Jugendfestival findet hohen Zustrom. Die Botschaften, die die Seher erhalten, betonen das Gebet, besonders das Rosenkranzgebet, Umkehr, Vergebung, die Liebe zum Nächsten, Fasten, persönliche Opferbereitschaft und vor allem auch die Bedeutung der heiligen Messe und die Anbetung von Christus in der heiligen Eucharistie. Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat am 19. September 2024 für die mit Medjugorje verbundene geistliche Erfahrung ein „Nihil obstat“ ausgesprochen. Das bedeutet: Öffentliche Verehrung und Pilgerfahrten dürfen unter kirchlicher Aufsicht stattfinden, und Gläubige dürfen sich dieser Spiritualität mit kluger Zurückhaltung anschließen. Es wird betont, dass die dortige geistliche Erfahrung nur dann fruchtbar ist, wenn sie zu Gebet, Sakramenten, Umkehr, kirchlicher Gemeinschaft und tätiger Liebe führt. Die Eucharistie soll dabei im Mittelpunkt stehen, denn die Gegenwart Christi im Allerheiligsten Sakrament ist größer als Erscheinungen.  Letzteres ist eine Beurteilung, die jeden Marien-Wallfahrtsort betrifft, denn Maria führt immer zu ihrem Sohn Jesus Christus.

(2) Eucharistie: Als Katholiken glauben wir, dass Jesus Christus unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich und wahrhaftig gegenwärtig ist, es ist sein Leib und Blut, er ist es selbst. Die Wandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut des Herrn Jesus Christus geschieht in der Heiligen Messe, die auch Eucharistiefeier genannt wird. Eucharistie als Begriff kommt vom Griechischen eucharistia und bedeutet Danksagung. Die Eucharistiefeier gilt insofern als die große Danksagung der Kirche an Gott für die Schöpfung und für die Erlösung durch Christus. Die Wandlung ist hier der zentrale Höhepunkt, weil Brot und Wein durch die Wandlungsworte des Priesters in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden. Dies empfangen die Gläubigen dann in der Kommunion. In der Regel ist es die geweihte Hostie, Jesu Leib, die Kelchkommunion dagegen ist nur an wenigen Festtagen in der Kirche üblich. Der biblische Bezug, dass es wirklich Jesus ist, findet sich besonders an drei Stellen in der Bibel: Die Worte Jesu beim letzten Abendmahl über das Brot „Das ist mein Leib“ und über den Kelch mit Wein „Das ist mein Blut“ (Mt 26,26–28; vgl. Mk 14,22–24; Lk 22,19–20; 1 Kor 11,23–25), dann die sogenannte Brotrede, als Jesus lehrt „Mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank“ (Joh 6,51–56) und die Lehre des Apostels Paulus, die besagt, dass das konsekrierte Brot und der Kelch „Gemeinschaft mit dem Leib“ und „Gemeinschaft mit dem Blut Christi“ sind (1 Kor 10,16). Außerdem warnt Paulus eindringlich davor, den Leib und das Blut des Herrn unwürdig zu empfangen (1 Kor 11,27–29). Das setzt voraus, dass es sich nicht bloß um ein gewöhnliches Erinnerungszeichen handelt.

(3) Das gesamte Zeugnis von Coleen ist nachzulesen auf https://www.medjugorje.de/medjugorje/zeugnisse/heilungen/colleen-willard, abgerufen am 25.8.2026

(4) In: Enzyklika Ecclesia de Eucharistia, Nr. 55

 

BILDNACHWEIS

Titelbild: Medjugorje@CatholicWallpapers

Eine Heilung direkt durch die Kommunion

Silvana del Valle Cardozo aus Kolumbien berichtet von einer körperlichen Heilung durch die heilige Kommunion, die sie schon als kleines Kind erfuhr:

„Als ich klein war, 5 oder 6 Jahre alt, hatte ich alle möglichen Allergien, gegen Staub und alles, was sich so findet. Ich lebte schon fast in der Klinik, mit diesen ständigen Injektionen überall, die sie mir gesetzt haben, um die Allergien zu behandeln. Und meine Mutter sagte, ich war nun sieben Jahre alt: „Wenn sie die erste Heilige Kommunion empfängt, wird sie geheilt sein.“ Dann sprach sie mit den Franziskanern, die wir in der Nähe hatten. Und trotz meines jungen Alters — ich war ja gerade 7 Jahre alt, und die Kommunion in diesem Alter zu erhalten, war nicht erlaubt — sah der Priester, wie sehr ich schon vorbereitet war, und er machte alle Ausnahmen geltend, die es gibt, um mir zu erlauben, die heilige Kommunion zu empfangen, genau am 9. Oktober 1980. Bis heute erinnere ich mich daran. Es war, wie meine Mutter mir gesagt hatte: Seit dem ich die heilige Kommunion empfangen hatte, musste ich nie wieder wegen der Allergien in die Klinik — wegen des Glaubens meiner Mutter und der Liebe des Herrn bin ich geheilt worden.“ (1)

„Wow“, dachte ich nur, als ich dieses Zeugnis auf YouTube hörte. Es hat mit sehr berührt, vor allem, weil es nicht während eines großen Heilungsgottesdienstes, einer Heilungskonferenz oder ähnlichem passiert war, sondern weil es so still und verborgen in irgendeiner unbekannten Dorfkirche in Kolumbien geschehen ist, und ganz allein durch Jesus Christus selbst, gegenwärtig in der Eucharistie. 

Straße in Barichada, Kolumbien (Bild: Ricky Beron @unsplash.com)

Auch wurde mir einmal mehr deutlich, dass Jesus Christus  heute noch seine heilende Kraft auf uns richten will. Er hat heute noch das gleiche, so unfassbar große Erbarmen und Mitleid mit uns leidenden Menschen wie damals, als er auf der Erde war, als er Israel durchwanderte und Heilung über Heilung vollbrachte und das Reich Gottes verkündete. 

Wenn er heute Heilungen wirkt zeigt er uns außerdem einmal mehr, dass er lebt und dass er Gott ist. Jesus Christus lebt, er ist nach seinem Tod am Kreuz nicht im Grab geblieben, sondern von den Toten auferstanden, und er wirkt und lebt heute noch mitten unter uns.

Auch zeigt er uns mit dem Zeugnis von Silvana, dass er  in der heiligen Eucharistie gegenwärtig ist und von dort aus machtvoll wirkt. Die gewandelte Hostie ist Jesus Christus, der Lebendige und Auferstandene. 

Während der Wandlung in der Heiligen Messe (Bild: Holy-mass@unsplash.com)

Die Heilungen, die Jesus Christus durch seine eucharistische Gegenwart wirkt, geben genau davon Zeugnis. Jesus ist gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament, er lebt und wirkt mitten unter uns.

Gerade in der heutigen Zeit, in der der Glaube an die lebendige Gegenwart Jesu in der heiligen Eucharistie sehr in Frage gestellt wird, selbst innerhalb der Kirche, helfen uns diese Machtbeweise des Herrn, unseren Glauben besonders an diese seine Gegenwart zu stärken.

Wenn Gott seine heilende Kraft auf uns richtet, hat er immer den ganzen Menschen im Blick. Vor allem sieht er seine fundamentale Berufung, denn der Mensch ist von der Erschaffung an dazu bestimmt, in die Gemeinschaft mit Ihm, Gott, erhoben zu werden. Das heißt konkret, in einer tiefen, persönlichen, liebenden Beziehung mit Jesus Christus zu leben. 

Die Heilung und Wiederherstellung des ganzen Menschen ist ein fundamentaler Bestandteil dieser Liebesbeziehung mit Gott, um die  es immer im Eigentlichen geht.

So öffnet sich manch einer aufgrund eines Zeugnisses über die Wirkmacht Jesu für den Glauben an Jesus Christus. Oder er wird machtvoll von Seiner Liebe ergriffen, wenn er eine solche Heilung erlebt, und wird in eine  Beziehung mit dem Herrn  hineingeworfen. Immer jedoch vertieft sich ein Weg mit Jesus durch eine solche heilende Erfahrung.

Insofern ist alles Heilen Jesu auf der Linie zu sehen, in eine Liebesbeziehung mit Christus hineinzuführen, eine solche zu vertiefen und  weiter da hinein zu wachsen. Gott weiß insofern immer am besten, welche Heilung wir benötigen und in welchen Bereichen.

Was meinst Du dazu? Hast Du Erfahrungen damit? Schreib es gern in die Kommentare.

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VERWEISE
(1) https://youtube.com/shorts/vvReoxJINoo?is=gTrNLXIpVy_Ri_VN, abgerufen am 22.6.2026, eigene Übersetzung)

BILDNACHWEIS
Titelbild: Thays Orrico auf unsplash.com

 

 

Weihnachten und die heilige Eucharistie 

Es ist Weihnachten. Draußen sind die mächtigen Tannenbäume  mit Lichtern geschmückt, drinnen leuchten Kerzen und der Weihnachtsbaum. Mitten im Trubel der Familienfestlichkeiten hielt ich auf einmal inne.

Ein Satz fiel in mein Herz: „Gott wird anbetbar im Fleisch“. Der ewige Sohn Gottes, Jesus Christus, kommt als Mensch zur Welt. Er nimmt unseren Leib an, wird „Fleisch“, wird geboren aus der Jungfrau Maria. Er wird sichtbar, berührbar. 

Wir Christen kennen dieses Geheimnis — und doch, wie leicht kann es uns zur Gewohnheit werden. Weihnachten ist nicht nur ein anrührendes Märchen, sondern, so wie Papst Benedikt XVI es fasste, die Mitte unseres Glaubens.

„Gottes Wohnen … in der Welt ist eine über alles Erwartbare hinausgehende Verleiblichung und Konkretisierung  von Gottes Sein mit den Menschen. ‚Gott ist im Fleisch‘ – gerade die unlösbare Verbindung Gottes mit seinem Geschöpf macht die Mitte des christlichen Glaubens aus.“ (1)

Jesus Christus ist nicht einfach wieder verschwunden mit seiner Leibhaftigkeit. In der Menschwerdung wurde Gott leibhaft gegenwärtig, in heiligen Eucharistie bleibt er es. Von der Geburt Jesu an ist Gott nicht mehr nur unsichtbarer Geist — und das für alle Zeiten. Der gleiche Christus, der in Bethlehem geboren wurde, macht sich unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein mit Leib und Blut gegenwärtig, bis heute.

Bei seiner Himmelfahrt gab der auferstandene Christus seinen Jüngern die Verheißung:

„Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 20).

Diese Verheißung erfüllt Jesus Christus im Besonderen durch die heilige Eucharistie. Auch dies sagt uns Papst Benedikt XVI:

„Gott … ist Mensch unter Menschen geworden und geblieben, so sehr geblieben, dass er sich im Geheimnis des verwandelten Brotes in unsere Hände und in unsere Herzen legt.“ (2) 

Maria, Josef und die Hirten machen uns vor, was die Antwort auf diese seine inkarnierte Gegenwart ist: Sie beten an. Sie beten an, Ihn, den ewigen Sohn Gottes, der als kleines, hilfloses Neugeborenes in der Krippe liegt. Wir können Maria, Josef und die Hirten in gewisser Weise als die ersten eucharistischen Anbeter bezeichnen.

Sie sehen keinen Lichtglanz, keine Macht, keine Wundertaten und keine Anzeichen von Göttlichkeit, eher genau das Gegenteil. Doch sie achteten nicht auf Äußeres, nicht auf die ärmliche Krippe, nicht auf den schmutzigen Stall, nicht auf die Hilflosigkeit dieses kleinen Babys. Ihr Glauben sieht das Wunder, ihr Glauben sieht das Licht, das für die Welt aufgegangen ist.

Die Hirten sind mit Maria und Josef demütig genug, sich zu beugen vor dem, kleinen, bedürftigen Kind, das sie vielleicht sogar noch ärmlicher vorfinden, als sich selbst mit ihren Herden. Bei ihnen ist keine Reaktion zu finden wie: Das kann doch gar nicht sein, das DAS der Messias sein soll. Bei ihnen ist keinerlei solche Abwehr. Sie beten an den so sehr verborgenen und jetzt im Fleisch gekommenen, ewigen Sohn des Vaters.

Wie die Hirten zur Krippe gingen, so kommen wir heute vor das Allerheiligste. In der eucharistischen Anbetung wird Weihnachten gegenwärtig — Gott, der Mensch geworden ist, ganz nah und berührbar. Vor ihm dürfen wir verweilen und einfach nur da sein. In der Stille spüren wir: Ja, er ist da, verborgen unter der Brotgestalt.

 

VERWEISE
(1) Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 22
(2) Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 76

BILDNACHWEISE
Titel:  KI-generiert
Jesus auf dem Schoß Mariens: KI-generiert
Eucharistische Gaben: KonradHofmann@unsplash.de
Monstranz: unbekannt

Christus ist König!

In einer Welt, die sich wandelt und die immer herausfordernder wird, gibt es einen, der bleibt: Christus, unser König. Das Hochfest Christkönig, das wir jetzt am Sonntag feiern, erinnert uns daran in einer Tiefe, die weit über einen einzelnen Tag hinausreicht. 

Es ist für uns eine besondere Freude, dass an diesem Tag der Anbetungstag Day of HOPE stattfindet, und wir auf diese Weise Christus die Ehre geben und wir Ihn, unsere Hoffnung, feiern dürfen.

Kein zufällig gewählter Titel

Christkönig — das ist kein zufällig gewählter Titel. 1925, noch mitten in den Stürmen nach dem ersten Weltkrieg und steigender Orientierungslosigkeit rief Papst Pius XI. dieses Fest aus. Er wollte das Bewusstsein für die Königsherrschaft Christi in einer Zeit stärken, in der alte Sicherheiten verschwanden und neue Ideologien heranwuchsen. Die Botschaft war klar: Die wahre Macht, die wahre Freude, der wahre Frieden — sie kommen von Christus, nicht von den Thronen der Welt.

Im Widerstand — Christkönig gegen den nationalsozialistischen Führerkult

Gerade in Deutschland bekam das Fest ein besonderes Gewicht. Die katholische Jugend hatte den Dreifaltigkeitssonntag nach Pfingsten genutzt, um sich öffentlich zu Christus zu bekennen, es war ihr sogenannter „Bekenntnissonntag“, mit Bannern und Fahnen zogen sie damals durch die Straßen (1). Solche Bekenntnisse waren den Nationalsozialisten, die 1933 die Macht übernommen hatten, natürlich ein Dorn im Auge, sie standen dem Führerkult entgegen und die katholischen Jugendverbände kamen unter Druck. Prozessionen, Zeltlager, Sport, Fahrten und Gruppenstunden und jegliche Organisation wurden ihnen verboten, die einzige erlaubte Aktivität blieb der Gottesdienst. Auch wurde massiv aus diesen Verbänden für die Hitlerjugend rekrutiert, und dafür Druck ausgeübt bis in die Schulen hinein.

Zeltlager der Falkenberger Pfadfinder noch vor dem Verbot 1934

Die Nationalsozialisten legten schließlich das Reichssportfest, an dem alle teilnehmen mussten, auf den Bekenntnissonntag (2). Jetzt nun wich die katholische Jugend auf das noch sehr junge Christkönigfest aus. Allein in und außerhalb des Kölner Doms trafen sich an Christkönig im Oktober 1934 um 5 Uhr morgens bis zu 30.000 Jugendliche (3).  Mit noch härterer Repression reagierte das nationalsozialistische Regime, es kam zu Überwachung, Auflösung von Versammlungen und Verhaftungen von Jugendleitern.

Am 6. Februar 1939 wurde das Jugendhaus Düsseldorf, Zentralstelle der katholischen Jugend, von 140 Gestapo-Beamten besetzt (4). Von nun an war jegliche katholische verbandliche Jugendarbeit strafbar, die Verbände waren endgültig ganz verboten. Doch hatte die katholische Jugend an Christkönig ein bewusstes Zeichen gegen den nationalsozialistischen Führerkult gesetzt, in dem sie die Königsherrschaft Christi über alle weltlichen Herrscher und Systeme stellte. 

„Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36)

Ja, als Krone trägt Jesus eine Dornenkrone, als Szepter zeigt er sein durchbohrtes Herz, als Thron besteigt er in dieser Welt das Kreuz (vgl. Joh 18,37 ff). Doch wir wissen, dabei ist es nicht geblieben. Jesus Christus erstand vom Tod am Kreuz  und trat seine ewige Königsherrschaft an.

Er ist unser persönlicher König

Wenn ich heute vor dem Allerheiligsten knie und Christus in Seiner mächtigsten Gegenwart anbete, spüre ich manchmal, wie Er mich daran erinnern will: „Ich bin dein König.“ Bei Christus finde ich Orientierung – auch wenn draußen alles aus den Fugen gerät. Er ruft uns zur Stille, zur Anbetung und zu einer echten, lebendigen Beziehung mit Ihm. Er ruft uns in eine Beziehung, in der Seine Königsherrschaft konkret wird: als Heilung, als Trost, als Befreiung von Angst und Fremdbestimmung, und auch als Zeugnis für Ihn.

Christkönig heute feiern

Vielleicht ist gerade jetzt der Moment, bewusst zu fragen: Wo lasse ich Christus König sein, ganz konkret in Familie, Beziehungen, Beruf? Das Christkönigsfest lädt ein, Stellung zu beziehen. Es ist ein Fest, das Mut macht, auch heute und morgen  das eigene Herz unter die liebende Herrschaft Jesu zu stellen.

Möge Christus unser König sein – inmitten einer Welt im Umbruch. Bleiben wir in Seiner Gegenwart und lassen wir uns von Ihm heilen, führen und senden, allen Stürmen der Zeiten zum Trotz.

 

VERWEISE
(1) https://www.vivat.de/magazin/jahreskreis/weitere-gedenk-und-feiertage/christkoenigsfest/ abgerufen am 20.11.2025
(2) vgl. https://www.erzbistum-muenchen.de/spiritualitaet/christkoenigssonntag, abgerufen am 21.11.2025
(3) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnissonntag/ abgerufen am 20.11.2025
(4) vgl. „Klärung der Fronten – Katholische Jugend vs Hitlerjugend und BDM“ https://www.bremerweb.de/thomas/kirchens/ab5_2.htm, abgerufen am 21.11.2025

BILDNACHWEISE
Titel: christus@unsplash.com
Fahne: danielgutko@unsplash.com
Falkenberger Pfadfinder: https://www.bremerweb.de/thomas/kirchens/ab5_2.htm
Auferstandener Christus: chormalerei@unsplash.com
geöffneter Tabernakel: eigenes Foto

Gebet für Israel

Es ist historisch: Ab Montag, den 13.10.2025 sollen die noch lebenden Geiseln der Hamas freikommen, die Hamas habe nach US-Präsident Donald Trump seinem Friedensplan zugestimmt.

Die Geiseln waren am 7.10.2023 bei dem Großangriff der Hamas auf Israel gefangen genommen worden, dieser Angriff war von einer Brutalität gewesen, wie es sie nach dem Holocaust nicht gegeben hat. „Hunderte seien massakriert worden, Familien in ihren Häusern ausgelöscht“, so Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einem Telefongespräch mit dem damaligen US-Präsident Biden.

Die Freilassung der noch lebenden Geiseln ist für uns eine wunderbare Nachricht. Nicht nur dass es an sich eine gute Nachricht ist, besonders als Christen sind wir zudem Israel besonders verbunden.

Das ist auch der Grund, dass wir schon lange regelmäßig ein Gebet für Israel anbieten im Rahmen von HOPE. Vor allem hier Danke an Ulrike, die dieses aus der Taufe gehoben hat und auch uns hier immer mehr für dieses Anliegen sensibilisiert hat.

Die Rettung der Geiseln war für uns ein wichtiges Gebetsanliegen, wie überhaupt der Frieden in der gesamten Region.

Doch was ist diese besondere Verbindung zu Israel?

Sie ist zu allererst eine geistige. Das ganze Alte Testament in der Bibel spricht davon, dass das Volk Israel von Gott auserwählt wurde und mit ihm einen Bund geschlossen hat. Es ist das erste, priesterliche Volk Gottes, zu ihm hat  Gott zuerst gesprochen.

So wurde ihm  das Gesetz gegeben, als Mose am Berg Sinai die Zehn Gebote empfing , die auch für uns Christen eine zentrale Grundlage des Glaubens darstellen. Auch viele heutige, christliche Traditionen haben im jüdischen Kult ihre Wurzel. Sie sind unsere „älteren Brüder“ im Glauben.

Vor allem aber wurde Israel von Gott erwählt, weil aus ihm der Messias hervorgehen sollte, der Erlöser und Retter nicht nur Israels, sondern der gesamten Menschheit. Die Zeit des Alten Bundes ist die Zeit der Vorbereitung auf das Kommen des Messias Jesus Christus. Im Alten Bund wurde er durch die Propheten angekündigt. Mit dem Kommen Jesu Christi wurde die Hoffnung des Alten Bundes auf den Messias erfüllt. 

Das Alte bleibt hier aber nicht bedeutungslos. Wie ist das zu verstehen? Hat das alte Judentum nicht mit dem Kommen Jesu seine Aufgabe endgültig  erfüllt? Im Katechismus der katholischen Kirche wird in diesem Zusammenhang jedoch  von der bleibenden Erwählung Israels gesprochen (KKK 839) (1). 

Der lateinische Text „Eco sum resurectio“ bedeutet „Ich bin auferstanden“

„Das Heil kommt von den Juden“ (Joh 4,22), so heißt es bei dem Evangelisten Johannes. Besonders in diesem Satz finden wir die bleibende Erwählung Israels. Dies heißt vor allem, dass wir als Christen in die geistige Geschichte des jüdischen Volkes eingetreten sind.  Es sind ihre alten Verheißungen, die nun auch zu unseren werden, und die wir in Jesus erfüllt sehen.

Benedikt XVI führte dies bei seinem Besuch im Heiligen Land 1992 aus:

„So wird für die Gläubigen die Geschichte Israels die Geschichte aller und die Abrahamssohnschaft weitet sich aus zu den ‚Vielen‘ hin.“ (Benedikt XVI)

Das Alte und Neue Testament gehören insofern untrennbar zusammen.

„Diese Herkunft bleibt in dem Sinn immer lebendige Gegenwart, da es keinen Zugang zu Jesus und kein Eintreten der Völker in das Volk Gottes geben kann, ohne das gläubige Annehmen der Offenbarung Gottes, … welche die Christen das Alte Testament nennen.“ (Benedikt XVI)

Es ließ sich noch sehr vieles zu der tiefen, geistigen Verbindung von uns Christen zu Israel sagen, doch dies würde hier den Rahmen sprengen. 

Als Deutsche empfinden wir seit Auschwitz zudem eine besondere Verantwortung, für das jüdische Volk einzutreten und uns an seine Seite zu stellen und uns gegen jede Form des Antisemitismus auszusprechen. 

Dem Staat Israel die Existenzberechtigung abzusprechen, seine Vernichtung zu fordern und „From the river to the sea“ auf dem Gebiet Israels eine judenfreie Region zu schaffen, wie es die Hamas  fordert und was faktisch Töten und Vertreiben bedeutet, verurteilen wir aufs Schärfste und ist für uns Ausdruck eines höchst gefährlichen Antisemitismus nun von radikal-islamischer Seite.

Beim Gebet für Israel beten wir bezogen auf die politische Ebene um eine kluge und weise Politik des Staates Israels, um eine Politik, die Gott wohlgefällig ist, gerade in einer Situation, die von andauernden Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt ist.

Solidarität mit Israel heißt hier für uns nicht, dass wir alles gutheißen, was die israelische Regierung tut, aber wir nehmen alles in unsere Fürbitte. Selbstverständlich beten wir für alle am Konflikt beteiligten Parteien — vor allem für eine tragfähige Lösung dort und einen andauernden Frieden.

Bezüglich der geistigen Ebene ist das wichtigste Gebet für uns, dass mehr und mehr jüdische Menschen in Israel Jesus Christus als ihren Messias erkennen und ihn als ihren Retter und Erlöser annehmen. Und das ist auch unser Gebet für die Kämpfer der Hamas. Wir glauben an einen Gott der Wunder!

 

VERWEISE
Katechismus der Katholischen Kirche, Absatz 839:
(839) „Wenn die Kirche das Volk Gottes des Neuen Bundes betrachtet, entdeckt sie in der Erwählung Israels das Volk Gottes des Alten Bundes, das nicht widerrufen wurde, denn ‚die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unwiderruflich‘ (Römer 11,29).“

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Titelbild: stanislav-vdovin@unsplash.com
Offene Tür: peter-herrmann@unsplash.com
Mose: will-favata@unsplash.com
Auferstandener Christus: will-favata@unsplash.com
Hebräischer Text: mick-haupt@unsplash.com
Klagemauer in Jerusalem: sander-crombach@unsplash.com
Christus: raghavendra-vonkathi@unsplash.com

Der eucharistische Rosenkranz

Hier möchten wir den eucharistischen Rosenkranz vorstellen. Diesen beten wir in unserer Anbetungsinitiative HOPE regelmäßig montags und dienstags zu Beginn der Anbetungsstunden, bevor wir in die Stille gehen (dienstags besonders für Priester und Priesterberufungen). Anfangs war es durchaus eine Frage für uns, wie eigentlich die eucharistische Anbetung Jesu, des Sohnes  Gottes,  und die Verehrung Mariens, seiner Mutter, zusammengehen?

Maria hat eine einzigartige Beziehung zur Eucharistie

Wir fanden in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia von Johannes Paul II, dass Maria, die Mutter Jesu, tatsächlich eine einzigartige Beziehung zur Eucharistie hat (vgl. Absatz Nr. 53, 55)

Als Mutter Jesu ist sie der Ursprung seines menschlichen Leibes.  Aus ihr hat Jesus, gezeugt vom Heiligen Geist, Fleisch angenommen, wie uns  die Bibel sagt (vgl. Lk 1,35). Gott wird Mensch in Jesus Christus. Die Mutter des Erlösers zu werden , das ist Marias große Erwählung.

Bei der Einsetzung der Eucharistie nun lesen wir in der Bibel die Worte Jesu: 

„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. … das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lk 22,19)

Die heilige Eucharistie ist insofern die Fortsetzung der Menschwerdung Christi. Nur in der heiligen Eucharistie ist Jesus Christus wahrhaftig unter uns leibhaft gegenwärtig, und das bis heute. Mit Leib und Blut gegenwärtig, unter den Gestalten von Brot und Wein.

Das ist etwas ungeheuer Großes, dass mit unserem Verstand kaum zu fassen ist. Fast das ganze Kapitel 6 im Johannesevangelium spricht davon. Jesus selbst lehrt uns dort, was er mit der Eucharistie einsetzen wird in der Nacht vor seinem Leiden (Joh 6, 22-71).

So singen wir berühmten im Hymnus von Thomas von Aquin: 

„Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir (…) Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir〈in dem, was meine Sinne erfassen〉,doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir. Was Gottsohn gesprochen, nehm’ ich glaubend an, er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.“ (Gotteslob Nr. 497)

Maria — erste und vollkommene Anbeterin des Sohnes Gottes

In Maria nun, die Jesus in ihrem Schoß empfing, als der Heilige Geist sie überschattete (vgl. Lk 1,35), dürfen wir die erste Anbeterin des menschgewordenen Gottes sehen.

Da sie unbefleckt empfangen und ohne Sünde war (1), konnte sie in vollkommener Reinheit erkennen und im Geiste schauen, wer da in ihrem Schoß heranwuchs, wen sie gebar, wen sie mit Josef aufzog und wer dem Volk Israel das ewige Reich Gottes verkünden und wer der ganzen Menschheit dieses Reich am Kreuz öffnen würde.

Sie wurde schon zur Anbeterin, als sie Jesus in ihrem Leib trug und der gerade menschwerdende Gott in ihrem Leib heranwuchs. In ihrer unbefleckten Reinheit war sie insofern nicht nur die erste, sondern auch die vollkommene Anbeterin ihres Sohnes.

Mit Maria zu Jesus gehen und Ihn anbeten

Aus der Betrachtung Mariens zum einen als vollkommene Anbeterin  und zum anderen mit ihrer einzigartigen Beziehung zum eucharistischen Christus war es für uns ein geradezu logischer Schluss, vor dem Allerheiligsten Sakrament einen eucharistischen Rosenkranz zu beten, also Maria zu ehren (das ist keine Anbetung!) und gleichzeitig  das Geheimnis der Eucharistie zu betrachten.

Dieses würdigt Maria  angesichts ihrer großen Erwählung im Erlösungswerk Jesu und angesichts ihrer besonderen Beziehung zur Eucharistie. Gleichzeitig betrachten wir Christus im Allerheiligsten Sakrament, der hier in der ausgesetzten Hostie mit seinem Leib gegenwärtig ist.

Wenn wir den eucharistischen Rosenkranz vor dem ausgesetzten Allerheiligsten  beten, gehen wir mit Maria zu Jesus und tauchen tiefer ein in dieses  größte Geschenk Jesu, die heilige Eucharistie. Denn Er selbst ist es, der sich hier schenkt.  Vor dem Allerheiligsten Sakrament befinden wir uns in seiner allerheiligsten Gegenwart und beten an, mit Maria, seiner Mutter.

Hier ist er nun, der Eucharistische Rosenkranz.
Wir wünschen euch viel Freude und Segen beim Gebet!

Er wird gebetet wie der übliche Rosenkranz.

Die fünf eucharistischen Geheimnisse sind:

1. Geheimnis … Jesus, der sich uns im Allerheiligsten Sakrament geschenkt hat.

2. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament als wahrer Gott und Mensch gegenwärtig ist.

3. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament unser Opfer ist.

4. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament würdig ist, Tag und Nacht angebetet zu werden.

5. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament unsere Wegzehrung ist.

Für diejenigen, die nicht vertraut mit dem Rosenkranz sind, hier eine genaue Anleitung:

Kreuzzeichen
Große Perle: Glaubensbekenntnis — Vater unser — Ehre sei dem Vater

3 kleine Perlen: Drei Ave Maria: Jesus, …

…der in uns den Glauben vermehre
…der in uns die Hoffnung stärke
…der in uns die Liebe entzünde

Große Perle: Ehre sei dem Vater

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 1. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 2. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 3. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 4. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 5. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Für diejenigen, die einzelnen Gebete des Rosenkranzes nicht kennen:

Das Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Das Ehre sei dem Vater: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Das Vater unser: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Das Ave Maria: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus … (hier wird das jeweilige Geheimnis eingefügt). Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Das Fatimagebet  „O, mein Jesus“
O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

Die traditionellen (freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen) Geheimnisse  findet ihr hier: https://www.legion-mariens.de/legion-im-detail/gebete/rosenkranz/anleitung-zum-rosenkranz/


ANMERKUNGEN

(1) Zur unbefleckten Empfängnis und Sündelosigkeit Mariens:

Gott hat in seiner unermeßlichen Weisheit mit Maria ein einzigartigen, nicht von der Erbsünde befleckten Menschen geschaffen, „die neue Eva“, sozusagen die Eva vor dem Sündenfall. Diese sollte nun seinen Sohn zur Welt bringen, den göttlichen, neuen Adam, den Erlöser und Erstgeborenen der neuen Schöpfung.

Maria, die neue Eva, war gesegnet und voll der Gnade. Die Gnade konnte ungehindert in diesem reinsten, unbefleckten Geschöpf wirken. Daraus resultierte ihre Sündelosigkeit, ihr gänzliches Freisein von persönlicher Sünde während der Zeit ihres irdischen Lebens . 

Hier liegen auch die Verdienste Mariens. Anders als die erste Eva willigte Maria auch nicht in die kleinste Versuchung ein und bewahrte sich rein  durch ihren vollkommen auf Gott ausgerichteten Willen, im Zusammenspiel mit der permanent strömenden Gnade Gottes.


BILDNACHWEISE

Bilder von unsplash.com mit Dank an Mateus Campus Felipe (Titelbild), ddp-T7Z-C7gQN00 (Maria und Jesus, blauer Himmel), Mitch Hodge (Abendmahl, Kirchenfenster), Jonathan Dick (Maria und Jesus, Strahlenkranz), Matea Gregg (Anbeter vor dem Allerheiligsten)

 

Kommt, lasset uns anbeten!

Weihnachten ist DAS Fest der Anbetung. Wir feiern die erste Ankunft Jesu Christi in dieser Welt. Klein und verborgen, eingewickelt in ärmste Tücher liegt der menschgewordene Gott in einer Krippe in einem Stall, nur umgeben von der heiligsten Jungfrau, seiner Mutter, und Josef, seinem Ziehvater.

Und dann kommen die Hirten. Sie sind die ersten, die mit Maria und Josef anbeten, sie beten  den an,  der unser aller Messias und Erlöser ist.  Die Hirten — sie haben geglaubt, was die Engel ihnen sagten. Die Hirten — sie haben alles stehen und liegen lassen und sind herbei geeilt, um ihren Erlöser auf der Welt zu begrüßen. Es war nachts und auch im damaligen Israel eine kalte, unwirtliche Winternacht, doch sie haben nicht gezögert und sind dem Ruf der Engel gefolgt.

Die Hirten — Sie haben auch weiter geglaubt, als sie nur den armen Stall  und das Kind in der Krippe sahen, in dieser Armut und dem Elend, so arm wie sie, vielleicht sogar noch ärmer. Doch sie haben mit Maria und Josef angebetet, den Messias und  Erlöser, der noch völlig verborgen und nur im Glauben erkennbar, vor ihren Augen war.

Was sie sahen, war vielleicht nicht das, was sie sich unter dem Messias vorgestellt hatten, auf den das ganze Volk Israel seit Jahrhunderten wartete. Und doch glaubten sie und beteten an.

Gibt es hier nicht viele Parallelen zur Anbetung Jesu, wie sie uns heute vor dem Allerheiligsten Sakrament möglich ist? 

Auch wir Menschen von heute stellen uns Gott vielleicht anders vor als unter einer solchen armen Hostie verborgen. Auch wir müssen sehr oft einige Unwirtlichkeiten und innere Barrieren überwinden, um überhaupt erst zur eucharistischen Anbetung zu kommen. 

Vor allem aber brauchen auch wir den starken Glauben, dass Jesus Christus wahrhaftig gegenwärtig ist, mit Leib und Blut gegenwärtig, in der heiligen Eucharistie.

Auch für die  Hirten war der Messias und Erlöser, den sie vor sich mit ihren leiblichen Augen sahen,  nur im Glauben  erkennbar. Sie glaubten allein auf das Wort der Engel hin, die ihnen die Ankunft des Messias verkündeten und ihnen sagten, wo sie ihn finden.

Heute sind wir gerufen, das Wort der Heiligen Schrift und die Lehre der Kirche zu glauben, durch die Jesus Christus uns  sein Hierbleiben auf dieser Welt verkündet, und eben nicht nur im geistiger Weise. Sondern er hat entschieden mit seinem Opfer und als Auferstandener bei uns zu bleiben, mit Leib und Blut gegenwärtig, in der heiligen Eucharistie.

„Gottes Wohnen … in der Welt ist eine über alles Erwartbare hinausgehende Verleiblichung und Konkretisierung  von Gottes Sein mit den Menschen. ‚Gott ist im Fleisch‘ – gerade die unlösbare Verbindung Gottes mit seinem Geschöpf macht die Mitte des christlichen Glaubens aus.“ (Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 22)

„Gott … ist Mensch unter Menschen geworden und geblieben, so sehr geblieben, dass er sich im Geheimnis des verwandelten Brotes in unsere Hände und in unsere Herzen legt.“ (Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 76)

Schon im gesamten sechsten Kapitel des Johannesevangeliums weist uns Jesus auf das hin, was die Eucharistie sein wird, die er in der Nacht vor seinem Leiden stiftete: Jesus Christus selbst, mit Leib und Blut gegenwärtig  (vgl. Mt 26, 26-29; Mk 14, 22-26; Lk 22, 14-20; 1. Kor 11, 23-28).

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. … Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin, für das Leben der Welt.“ (Joh 6, 48)

Papst Benedikt XVI war es, der im besonderen auf den inneren Zusammenhang von eucharistischer Anbetung und Eucharistiefeier hinwies: 

„In der Eucharistie kommt uns ja der Sohn Gottes entgegen und möchte sich mit uns vereinigen, die eucharistische Anbetung ist nichts anderes als die natürliche Entfaltung der Eucharistiefeier, die in sich selbst der größte Anbetungsakt der Kirche ist.“ (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum Caritatis, 2007: 66) 

Er zitiert an gleicher Stelle den heiligen Kirchenvater Augustinus, der schon im 4. Jahrhundert sagte:

„Niemand isst dieses Fleisch, ohne zuvor anzubeten, … wir würden sündigen, wenn wir es nicht anbeten.“ (Zit. in: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum Caritatis, 2007: 66)

Lasst uns wie die Hirten herbeieilen, zu Jesus Christus, unserem Erlöser, und ihn anbeten. Wie die Hirten ihn erkannten als armes Kind in der Krippe, lasst uns ihn immer tiefer in der armen Gestalt der Hostie erkennen. Und ihn dann mit immer größerem Bewusstsein in der Kommunion empfangen.

Lasst es uns tun, gerade in unseren Zeiten, die oft so hoffnungslos scheinen und in der das wahrhaft Heilige und Gute und sogar selbst Gott so verkannt, missverstanden und verleumdet wird, bis hin zur offenen Verfolgung. Doch wir haben im Letzten die Hoffnung auf unseren Erlöser Jesus Christus. Kommt, lasset uns anbeten!

Wer Interesse an einem intensiven Weg der eucharistischen Anbetung hat, der ist eingeladen, sich Christus in der Heiligen Eucharistie zu weihen, mehr dazu zu finden ist hier.

Ein Gott, der aufhorcht

Wer hat das vielleicht schon einmal gedacht: Was nützt das ganze Beten? Die Welt zerfällt  in Scherben, die Nationen spielen gerade verrückt und all das, was für uns als Christen hoch und heilig ist, wird mit Füßen getreten, wo wir auch hinschauen,  wir sehen, dass wir als Gläubige in einer schrumpfenden Kirche mehr und mehr zu Minderheit werden. Wo ist da Gott? Hat das denn alles noch Sinn mit dem Glauben?

Wir sind nicht die ersten mit solchen Zweifeln und Anfragen, das sehen wir schon in der Bibel, im Buch Maleachi:

„Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen. Was haben wir davon, wenn wir auf seine Anordnungen achten, …, denn die Frevler haben Erfolg, sie stellen Gott auf die Probe und kommen doch straflos davon.“ (Mal 3, 15).

Interessant ist, wie Gott darauf reagiert. 

„Der Herr horchte auf und hörte hin und man schrieb vor ihm ein Buch, das alle in Erinnerung hält, die den Herrn fürchten und seinen Namen achten.“ (Mal 3, 16)

Persönlich fand ich dieses Aufhorchen Gottes sehr berührend. Wir reden nicht ins Leere, selbst wenn wir unseren Zweifeln und Anfragen Ausdruck geben. Gott ist wirklich da, auch wenn er uns von unserem Erleben her gerade sehr fern scheint.

Er antwortet dem Propheten Maleachi:

„Was ihr über mich sagt ist kühn.“ (Mal, 3, 13).

Und dann erinnert er an das, was er denen versprochen hat, die seinen Namen ehren und hochhalten. Und es ist nur Recht, dieses auch heute in Anspruch zu nehmen.

Denn sein Wort ist ewig und in ihm finden wir die Wahrheit, ungetrübt durch die Lügen und Verdrehungen der Welt. Durch das Wort Gottes wird uns das Handeln Gottes deutlich, es offenbart uns sein Wirken in der Welt.

Er sprich uns durch sein Wort die große Verheißung an die Treuen und Standhaften zu, die auch in Bedrängnissen am Herrn festhalten, die unablässig auf ihn vertrauen und die nicht aufhören, an seinen Geboten festzuhalten, gleichgültig, was die Welt sagt, und wenn es noch so sehr dem Zeitgeist widerspricht.

„Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung. Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen, wie Kälber, die aus dem Stall kommen.“ (Mal 3, 20)

„Sie werden an dem Tag, den ich herbeiführe, mein besonders Eigentum sein. Ich werde gut zu ihnen sein, wie ein Mann gut ist zu seinem Sohn, der ihm dient. Dann werdet ihr wieder den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem, der Unrecht tut.“ (Mal 3,  17-18)

Gott ermutigt uns durch sein Wort, an ihm festzuhalten. Er ruft uns, noch intensiver auf seine Verheißungen zu bauen, sie tiefer zu verstehen und sie zu ergreifen, gerade jetzt, und immer mehr Nähe zu ihm zu wagen.

Für die, die sich von dem Herrn abwenden und abgewandt bleiben, obwohl sie die Möglichkeit hätten, sich ihm zuzuwenden, spricht der Herr Worte des Gerichts. 

„Denn seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen: da werden alle Überheblichen und Frevler zur Spreu, und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der Herr der Heere. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen bleiben.“ (Mal 3,19)

Wir sollten dieses nicht triumphalistisch verstehen und uns hüten, diese Worte der Heiligen Schrift dazu zu missbrauchen, selbst zu verurteilen, denn das Urteil gehört allein Gott. Gott allein kennt die Herzen. Wir alle sind Sünder. Wer kann vor dem Herrn ohne seine Liebe und Barmherzigkeit bestehen?

Es sollte uns immer bewusst sein, wie viel wir vom Herrn schon empfangen durften. Wir sind gerettet allein aus Gnade. Wir verstehen es als eine Vereinigung mit der Barmherzigkeit Gottes,  derer wir selbst unablässig bedürfen, in die Fürbitte zu gehen, besonders für die, die gefährdet sind, auf ewig verloren zu gehen.  

Wo finden wir den Herrn, um uns  immer tiefer zu ihm zu bekehren? Wir finden ihn besonders in seiner dichtesten, und stärksten Gegenwart in der heiligen Eucharistie. Gehen wir nicht nur zur heiligen Messe, um ihn zu empfangen, sondern ehren wir ihn auch in der Anbetung, sei es still in einer Kirche vor dem Tabernakel, sei es bei der Aussetzung des Allerheiligsten in Gemeinschaft im Lobpreis oder allein in der Stille.

Gehen wir zu Ihm, zu Jesus, der unsere Hoffnung ist in diesen Zeiten der Drangsal, empfangen wir von ihm Trost, Heilung, Hoffnung und Stärke, um mit ihm zu bestehen.

Wer Interesse an einem intensiven Weg der eucharistischen Anbetung hat, der ist eingeladen, sich Christus in der Heiligen Eucharistie zu weihen, mehr dazu zu finden ist hier.

Ein eucharistisches Wunder zu Weihnachten in Liegnitz

Die Verwunderung war nicht schlecht, als Pfarrer Andrzej Ziombra am 4. Januar 2013 den Tabernakel in seiner Pfarrkirche St. Hyacintha im polnischen Liegnitz (oder auch Legnice, Legnica) öffnete.

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Jesus als Seenotretter – Warum eine 24/7-Anbetung? #2

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