Archiv der Kategorie: Über die heilige Eucharistie

Der Christus-in-uns bewirkt Liebe und Heilung

„Eines Tages“, so berichtet Kardinal Nguyen van Thuan aus seiner Zeit im Gefängnis, in dem er 13 Jahre unter dem vietnamesischen, kommunistischen Regime inhaftiert war, „fragte mich der Gefängniswärter: ‚Lieben Sie uns?‘ – ‚Ja, ich liebe euch.‘ – ‚Aber wir haben Sie so viele Jahre im Gefängnis gehalten ohne Prozess, ohne Verurteilung, und Sie lieben uns? Das ist unmöglich, das kann doch nicht wahr sein!‘ – ‚Ich bin viele Jahre bei Ihnen gewesen, Sie haben es gesehen, es ist wahr.‘ – ‚Wenn Sie in Freiheit sein werden, schicken Sie dann nicht Ihre Anhänger, um unsere Häuser niederzubrennen und unsere Angehörigen umzubringen?‘ – ‚Nein, auch wenn ihr mich umbringen wollt, liebe ich euch.‘ – ‚Aber warum?‘ – ‚Weil Jesus mich gelehrt hat, alle zu lieben, auch die Feinde. Wenn ich es nicht tue, bin ich nicht mehr würdig, Christ genannt zu werden.‘ – ‚Das ist wirklich sehr schön, aber schwer zu verstehen.'“ [1]

Bischof Nguyen van Thuan im Gefängnis (gemalt, Bildnachweis: https://worldmissionmagazine.com/archives/march-2018/francis-van-thuan-hero-faith)

Kardinal Ngyun van Thuan war damals noch Bischof von Saigon in Vietnam, heute Ho-Chi-Min-Stadt. Er gibt ein Zeugnis davon, wie weit die Lehre Jesu in seinem Leben lebendig wurde, wie sehr sie in seinem Leben „Fleisch geworden“ ist. Er lebte eine Liebe, die für uns aus eigener Kraft nicht möglich ist. Er lebte das, was er an anderer Stelle beschreibt:

„Jesus handelt immer aus Liebe. Aus dem feurigen Innern der Heiligsten Dreifaltigkeit hat er eine große, unendliche, göttliche Liebe zu uns gebracht, eine Liebe, die – wie die Väter sagen – bis zur Unvernunft reicht und unsere menschlichen Maßstäbe in Schwierigkeiten bringt“ [2].

Doch wie kommen wir zu einer solchen Liebe, die unsere menschlichen Maßstäbe in Schwierigkeiten bringt? Wie kommen wir dazu, so etwas überhaupt zu wollen? Etwas, das wir aus uns heraus, auch beim besten Willen, gar nicht können?

Der bekannte katholische Theologe Romano Guardini gibt darauf eine Antwort. Es ist der Christus-in-uns, der „innewohnende Christus“ [3], aus dem heraus wir so handeln. Aus ihm heraus können wir erst solches wollen und leben.

Denn aus diesem In-uns-sein heraus wirkt Christus. Von hierher kommt die Liebe. Von hierher kommt die Kraft, die Liebe zu leben. Von hierher kommt sogar das veränderte Wollen. Jetzt erst beginnt, so Guardini weiter,

„die Umwertung der Maßstäbe, die Umwandlung des Herzens, der Umbau des Denkens.“ [4] 

Kardinal Nguyen van Thuan gibt uns ein Zeugnis dafür, welche Liebe mit Christus möglich ist. Und gleichzeitig wissend, dass es nichts ist, wessen sich jemand rühmen könnte (vgl. 2 Kor 11,18), denn wenn solches da ist, ist es von Gott [5].

Christus in uns – das ist erstaunlich. Denn nach unserem Glauben ist Christus wirklich in uns. Nicht nur symbolisch. Nicht nur in unserer Vorstellungskraft. Er ist wirklich, als ganzer Christus, mit Leib und Blut in uns gegenwärtig. So empfangen wir ihn in der Kommunion.

Dass Christus wirklich in uns ist, ist tatsächlich schwer vorstellbar und übersteigt ebenso unsere menschlichen Maßstäbe. Nicht ohne Grund zeigt schon die Bibel, dass dieses Ungeheuerliche, als Jesus die Eucharistie ankündigt, den Großteil seiner Jünger in die Flucht schlägt (vgl. Joh 6,54-70). Doch eines konnten die Jünger noch nicht wissen, und Jesus in Karfanaum deutet es bei seiner Ankündigung der Eucharistie nur an [6].

Denn bezüglich seines Innewohnens sprach der Herr von seinem auferstandenen und verklärten Leib, gewirkt durch den Heiligen Geist. Romano Guardini schreibt dazu:

„Der Heilige Geist hat im Menschen eine Offenheit aufgetan, einen Innenraum geschaffen, in welchen der verwandelte Herr eintreten konnte. Nun ist Er in uns, und wir in Ihm – im Heiligen Geiste.“[7]

Und weiter: Der verwandelte Herr ist der

„verklärte, vergeistigte und gleichzeitig leibhaftige Jesus (…) sein ganzes Wesen (ist) verwandelt, offengemacht, aus den Schranken der irdischen Körperlichkeit herausgehoben, zu reiner Wirksamkeit frei geworden. Für diesen Christus gibt es keine Schranken, auch nicht die der Person. Er kann dem glaubenden Menschen innesein.“ [8]

Der auferstandene Christus ins Bild gebracht (Bildnachweis: http://enterarena.blogspot.com/2011/07/art-stone-rolled-away-revealing-risen.html)

Aus diesem In-uns-sein heraus wirkt Christus. Von hierher kommt die Liebe. Von hierher kommt die Kraft, die Liebe zu leben. Von hierher kommt sogar das veränderte Wollen. Jetzt erst beginnt, so Guardini,

„die Umwertung der Maßstäbe, die Umwandlung des Herzens, der Umbau des Denkens.“[9]

An diesem Punkt kommt ebenso Heilung ins Spiel. Denn Gott sieht, dass es nicht immer böser Wille ist, wenn wir beim inneren Umbau zu mehr Liebesfähigkeit so oft nicht daran heranreichen. Er sieht voller Barmherzigkeit und Liebe unsere Unwissenheit, unsere Schwäche, die inneren Hindernisse und Blockaden, und er kennt unser Unbewusstes, das auf unser Denken, Handeln und Wollen wirkt. Er will uns helfen und ist bereit, alles zu geben, damit Christus in uns immer größer wird.

Dazu vor allem will er uns heilen. Und bedeutet das Innewohnen Christi nicht zuallererst, aus ihm heraus immer mehr lieben zu können, echt und authentisch?

So hat das innere Heilwerden ein Ziel. Es geht immer in die Richtung, dessen, was Paulus den neuen Menschen, Neuschöpfung, nennt (vgl. 2 Kor 5,17). Dieser neue Mensch ist ein Mensch der Liebe. Mit Christus in uns ist genau dieser neue Anfang geschenkt. Es ist der Anfang des neuen Menschen in uns. Als Christen ist es unser Ruf, diesen Anfang zu vollziehen, immer mehr Neuschöpfung zu leben, sogar bis dahin, dass es unsere menschlichen Maßstäbe in Schwierigkeiten bringt. Vor allem in Bezug auf die Liebe.

Der Prozess des Neuwerdens, und damit verbundene, innere Heilungsprozesse, geschehen jeweils ganz individuell. Denn die Gestalt Christi in uns will sich immer individuell ausdrücken, und so ist auch der Weg dorthin. Christus im Menschen ist, noch einmal mit Guardini gesprochen,

„in jedem einzelnen anders, nach der Weise seines Wesens: Anders im Mann als in der Frau, anders im Kind als im Erwachsenen, anders in dieser Begabung als in jener. Verschieden nach den verschiedenen Zeiten und Gelegenheiten; nach Freude oder Schmerz, Arbeit oder Menschenbegegnung. Immer aber Er.“[10]

Beim genaueren Hinsehen steht nicht nur die innere Heilung im Rahmen, den in uns gesetzten Anfang der Neuschöpfung zu vollziehen, sondern auch die körperliche Heilung. Oft wirkt Gott Heilungen, um genau diesen Anfang der Neuschöpfung in einem Menschen zu setzen.

Denn immer ist eine Heilung des Leibes in Jesu Namen mit einer Erfahrung der Liebe Gottes verbunden. Wie oft ist es für denjenigen eine Offenbarung, dass Christus der Herr ist; eine Offenbarung, die zu einer Entscheidung ruft. Oder aber durch ein solches besonderes Ereignis der Gnade wird schon vorhandener aber schwach gewordener Glaube neu entflammt und bringt neu auf den Weg.

Wir glauben, dass es in dieser Zeit eines besonderen Wirken des Heiligen Geistes und besonderer Zeugnisse bedarf, um den Leib Christi aufzubauen, sei es durch heroisch gelebte Liebe wie bei Kardinal Nguyen van Thuan, sei es durch Heilungen, geistig, psychisch und leiblich, oder andere Ereignisse der Gnade. Bitten wir den Herrn um das Allerwesentlichste, das all diesem vorausgeht: Dass Christus in uns groß werde.

 

Verweise und Quellen

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[1] Kardinal Nguyên Van Thuán, François-Xavier: Hoffnung, die uns trägt: die Exerzitien des Papstes. Freiburg i.Brsg., Basel, Wien, 2001, S. 76

[2] Kardinal Nguyên Van Thuán, François-Xavier: Hoffnung, die uns trägt: die Exerzitien des Papstes. Freiburg i.Brsg., Basel, Wien, 2001, S. 28

[3] Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 558ff

[4] Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 531

[5] vgl. auch Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 534

[6] Jesus Christus deutet es an mit seinem Wort bei der eucharistischen Rede in Karfanaum: „Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt nichts.“ (Joh 6, 61-68)

[7] Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 527

[8] Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 550, 551

[9] Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 531

[10] vgl. Guardini, Romano: Der Herr. Leipzig, 1957, S. 554

 

Ein eucharistisches Wunder zu Weihnachten in Liegnitz

Die Verwunderung war nicht schlecht, als Pfarrer Andrzej Ziombra am 4. Januar 2013 den Tabernakel in seiner Pfarrkirche St. Hyacintha im polnischen Liegnitz (oder auch Legnice, Legnica) öffnete. Während der Weihnachtsliturgie war bei der Kommunionausteilung eine Hostie zu Boden gefallen; jetzt, 10 Tage später, wollte er schauen, was mit der konsekrierten Hostie geschehen ist. Ordnungsgemäß hatte er sie in ein mit Wasser gefülltes liturgisches Gefäß gegeben und in den Tabernakel gestellt, um sie dort dem natürlichen Prozess der Auflösung zu überlassen, was in solchen Fällen üblich ist [1]. Doch was war das nun?

Er sah in dem Gefäß eine vom Wasser unbeschädigte Hostie, und auf ihrer Oberfläche befanden sich Flecken, die wie hellrotes Blut aussahen. In der Verborgenheit des Tabernakels hatte sich die Hostie im Wasser mitnichten aufgelöst. War das tatsächlich Blut? Oder waren es vielleicht bakterielle Ablagerungen des Wassers? Aber warum war die Hostie überhaupt noch da? Er schloss den Tabernakel und holte sich priesterliche Mitbrüder zur Beratung und weiteren Beobachtung hinzu.

Ein fleischähnliches Gebilde löste sich aus der konsekrierten Hostie (Bildquelle: Bistum Liegnitz, Polen)

Die Flecken verwandelten sich zu einem Gebilde aus einer rotbraunen, festen Substanz, das einem Stück Fleisch ähnelte. Mit der Zeit löste es sich von der restlichen Hostie, die sich nun im Wasser auflöste; nur diese kleine gewebeähnliche Substanz blieb übrig [2].

Dieses blieb von der konsekrierten Hostie übrig, und es stellte sich als menschliches Herzmuskelgewebe heraus (Bildquelle: Bistum Liegnitz, Polen)

Inzwischen war eine kirchliche Kommission unter der Leitung des zuständigen Bischofs eingerichtet worden. Klarheit musste her. Das Vorkommnis hatte sich herumgesprochen und die Gerüchte wurden immer abenteuerlicher, sogar ein Mordopfer wurde vermutet, von dem Leichenteile in den Tabernakel verbracht worden sein sollten.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen begannen unter der Leitung der bischöflichen Kommission. Gerichtsmedizinische, biologische und weitere naturwissenschaftliche Gutachten wurden eingeholt, und es stellte sich heraus: Bei der gewebeähnlichen Substanz handelte es sich um den Teil eines menschlichen Herzmuskels, und zwar im Zustand des Todeskampfes.

Papst Franziskus erkannte 2016 das Geschehen von Liegnitz, nachdem es die strengen Kriterien der Glaubenskongregation im Vatikan erfolgreich passiert hatte, als eucharistisches Wunder an. Die so veränderte Hostie wurde zur Verehrung in der Pfarrkirche ausgestellt.

Kein Wunder aber ist es, so denke ich, dass der Vorfall, der zu diesem eucharistischen Wunder führte, gerade an Weihnachten passierte.

Weihnachten ist das Fest, an dem wir die Menschwerdung Gottes, die „Fleischwerdung“ des Wortes feiern, so wie es der Johannesprolog sagt:

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ (Joh 1, 14)

Geboren aus der Jungfrau Maria, so beten wir im Glaubensbekenntnis, ist der „Menschensohn“, wie Jesus Christus sich selbst demütig nannte, in unsere Welt gekommen. Weihnachten, das hochfestliches Feiern des Kommens des Gottessohnes auf diese Erde, nahm Gott nun selbst zum Anlass, machtvoll und auf übernatürliche Weise darauf hinzuweisen, dass er nie wirklich von uns gegangen ist, sondern immer noch unter uns wohnt (vgl. Mt 28, 20).

Und das eben nicht nur geistig, sondern mit Leib und Blut, unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein. Eucharistie setzt die Menschwerdung Gottes voraus, setzt diese Inkarnation voraus. Erst dadurch, dass „das Wort Fleisch wurde“ (vgl. Joh 1, 14 ), ist sein jetziges Wohnen unter uns im eucharistischen Leib und Blut möglich.

„Möglich“ nicht in dem Sinne, dass Gott irgendeine Voraussetzung benötigte, sondern in dem Sinne, dass es auf einer logischen Linie liegt. Jesus Christus ist immer noch mit Leib und Blut unter uns, er hat „nur“ seine Gestalt geändert. Der heilige Julien Eymard, einer der großen eucharistischen Heiligen, schreibt, dass Eucharistie die

„letzte Entwicklung der Inkarnation“

sei“ [3]. Denn unter den eucharistischen Gestalten ist Jesus gegenwärtig mit Leib und Blut als Gekreuzigter, aber auch als Auferstandener, lebendiger und verherrlichter Christus. Es ist die Weise, in der er in verklärter und verherrlichter Weise lebendig ist, und von uns in der heiligen Kommunion empfangen werden kann.

Er ist dort mit all den Mysterien und Tugenden seines irdischen Lebens gegenwärtig und führt sie dort weiter fort als der historische, der gegenwärtige und der jetzt schon im Leib verherrlichte Christus [4].

In Liegnitz wird eindrucksvoll das das Wort der Bibel belegt, in dem Jesus selbst beim letzten Abendmahl die Worte spricht:

„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“, und
„Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird“,

(vgl. Lk 22, 19-20; Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; 1 Kor 11, 23-25).

Es ist der Herr, mit Leib und Blut gegenwärtig.

Es ist Weihnachten – Jesus Christus wird geboren. In der eucharistischen Anbetung vereinen wir uns einmal mehr mit der Anbetung der Hirten, die den Engeln glaubten und zur Krippe eilten. Und dort das kleine Baby Jesus erkannten und anbeteten als den, der er ist: Der anbetungswürdige Sohn Gottes, der Messias Israels und der Retter der ganzen Welt.

Das eucharistische Wunder von Liegnitz ist nur eines von vielen solcher Art. Immer wieder bezeugte der Herr selbst auf wundersame Weise, dass seine Gegenwart unter den Gestalten von Brot und Wein tatsächlich das ist, was uns die Bibel lehrt, nämlich sein Leib und Blut. Über 130 solcher von der Kirche anerkannter eucharistischer Wunder sind bisher dokumentiert [5].

„Eucharistisches Wunder“ als Begriff meint hier immer ein Wunder bezüglich des Wesens der Eucharistie. Nicht gemeint damit sind Wunder und Heilungen, die durch die lebendige Gegenwart des Herrn geschehen, wie zum Beispiel Krankenheilungen oder ähnliches, die es auch zu Genüge gibt. Eucharistische Wunder dagegen beziehen sich immer auf das, was Eucharistie im Wesen ausmacht.

Die Vorfälle sind jeweils ähnlich: Eine in der Messe konsekrierte Hostie fällt zu Boden oder durch ein Missgeschick des Priesters wird konsekrierter Wein verschüttet, oder es ereignete sich bei versuchten Schändungen des Leibes Christi, wo die Hostie sich nicht zerstören ließ, so geschehen zum Beispiel in Paris 1290 [6].

Im Gegensatz zu früheren Zeiten stehen uns heute die vielen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Verfügung, wenn es zu einem solchen Zeichen kommt. Bei den eucharistischen Wundern in unserer modernen Zeit ist immer wieder festzustellen, dass die Wissenschaft mit dem Wort Gottes übereinstimmt. Hierfür ist das neuere eucharistische Wunder von Liegnitz ein Beispiel.

So vieles lässt sich an diesen eucharistischen Wundern sehen. Nutzen wir die Gnadengeschenke gut, und lassen wir uns in eine noch tiefere Anbetung Jesu Christi, unseres Herrn, führen.

Verweise und Quellen

[1] Basierend auf dem 6. Kapitel des Johannesevangeliums (der „eucharistischen Rede) und der Worte Jesu beim letzten Abendmahl (vgl. Lk 22, 19-20; Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; 1 Kor 11, 23-25) sagt unser Glaube, dass unter den Gestalten von Brot und Wein der gekreuzigte und auferstandene, lebendige Jesus Christus gegenwärtig ist. Sobald die Gestalten nicht mehr existieren, ist auch diese leibliche Gegenwart Jesu nicht mehr gegeben.„Die eucharistische Gegenwart Christi beginnt im Zeitpunkt der Konsekration und dauert so lange, wie die eucharistischen Gestalten bestehen“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1377). Sollte eine konsekrierte Hostie hinunterfallen und kann nicht mehr zur Kommunion gereicht werden, wird sie in ein liturgisches Gefäß mit Wasser gelegt und gewartet, bis sie sich aufgelöst hat. Das Wasser wird danach in eine Öffnung im Boden der Kirche geschüttet, in den „heiligen Ausguss“, das Sakrarium, das ebenso für jedes Restwasser aus liturgischen Handlungen benutzt wird. Das Sakrarium führt direkt in „heilige Erde“, ins Erdreich unter der Kirche.

[2] Der Autor Michael Hesemann hat selbst in Liegnitz recherchiert. Seine Ergebnisse sind nachzulesen in: Hesemann, Michael: Prophezeiungen, Visionen und blutende Hostien. Mysterium? Ungelöste Rätsel der Christenheit. Band 2. Paderborn, 2011. Ebenso eine kürzere Fassung auf http://www.kath.net/news/62160

[3] Saint Pierre-Julien Eymard: Adorer en esprit et en vérité. Méditations pour l’adoration du Très Saint-Sacrement. Paris, 2009, S. 25. Im Original: „…le dernier développement de l’Incarnation.“

[4] vgl. Saint Pierre-Julien Eymard: Adorer en esprit et en vérité. Méditations pour l’adoration du Très Saint-Sacrement. Paris, 2009, S. 25

[5] Eine Auflistung der eucharistischen Wunder: http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/list.html
oder als Buch (bis 1996): Meloni, Sergio: Les Miracles Eucharistiques dans le Monde. Paris, 2009

[6] siehe: http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda_b.html?nat=francia&wh=parigi&ct=Paris,%201290

Weitere Quellen

Fr. Meyer’s preaching about the Eucharistic miracle in Legnica and in history https://www.youtube.com/watch?v=KTcBvds0soM

Das eucharistische Wunder von Liegnitz http://www.therealpresence.org/eucharst/mir/english_pdf/Legnica1.pdf

Eucharistic Miracles in Sokolka and Legnica, Poland (ab Minute 4): https://www.youtube.com/watch?v=FLxqzuVCDKE

 

Anbetung & Heilung ADORATIO Altötting 2019

Mit Freude und Dankbarkeit blicken wir auf die ADORATIO Altötting 2019 zurück. Mit über 1600 Teilnehmern und spannenden Vorträgen, zahlreichen Workshops und intensiven Anbetungs- und Lobpreiszeiten war es ein tolles und gesegnetes Event, dass sicher noch lange nachwirken wird!

Auf vermehrte Anfrage hin, veröffentlichen wird an dieser Stelle die Folien unseres Workshops zum Thema Anbetung und Heilung.  Sollte der Workshop auch als Audio verfügbar werden, werden wir später den entsprechenden Link ergänzen.

Zusammenfassend: Es ging in dem Workshop um den direkten Zusammenhang zwischen Anbetung und Heilung. Was ist heilend an der eucharistischen Anbetung an sich? Wie verändert sich unsere Identität, wenn wir regelmäßig in der eucharistischen Anbetung sind? Wir kommen zu unserem wahren Selbst, zu unserer vollen, befreiten Identität in Christus, in der nicht mehr der Blick der anderen, sondern Gottes Blick der Maßstab für unser Leben, Denken und Fühlen wird. Von da aus können wir unser ganzes Potenzial entfalten und werden zu einem Menschen, der Feuer ist!

Hier der Vortrag des Workshops im pdf-Format
Vortrag-Adoratio2019

Falls ihr weitere Fragen habt, kontaktiert uns einfach über unsere bekannte Email-Adresse hier auf unserer Webseite.

Liebe Grüße und Segen!

Thomas & Ruth

Jesus ist da. Jesus heilt.

Dort, wo Christus in der Eucharistie gegenwärtig ist, ist die Kraft Jesu besonders groß. Nicht selten wirkt Jesus besondere Ereignisse der Gnade, um uns im Glauben an seine außerordentliche Gegenwart in der Eucharistie zu stärken. Vier Zeugnisse vom machtvollen Wirken Jesu möchte ich euch hier gern vorstellen.

1 Befreiung von Drogensucht während eucharistischer Anbetung     2 Heilung eines sterbenden Kindes
3 Durch den Leib Christi erwacht ein Mädchen aus dem Koma
4 Heilung von multipler Sklerose während eines eucharistischen Segens

1   Befreiung von Drogensucht während eucharistischer Anbetung
Es war ein Durchbruch zur Befreiung von Drogensucht. Es brauchte nur Jesus in der Eucharistie. Allein seine mächtige, reale Gegenwart im Allerheiligsten Sakrament. Als eine junge Frau, ich nenne sie hier Alicia, diesen befreienden Durchbruch erlebte, war sie kein Christ. Sie war seit mehreren Jahren drogensüchtig und völlig verzweifelt. Als sie sich das Leben nehmen wollte, schon das fünfte Mal, lief ihr Pater Nicholas Buttet über den Weg. Er hatte 2010 in Epinassey in der Schweiz die neue geistliche Gemeinschaft „Eucharistein“ gegründet, die sich besonders junger Menschen annimmt, die mit schweren Problemen zu kämpfen haben.

Bei der Gemeinschaft „Eucharistein“ in Epinassey, Schweiz (a)

Er rang ihr ab, es noch einmal mit dem eucharistischen Jesus zu versuchen, nur einmal. Sie verbrachte eine Stunde vor dem Allerheiligsten Sakrament, eine Stunde mit der Stoppuhr in der Hand, nachdem sie geschrien hatte: „Jesus, wenn du mir nicht zeigst, dass du es bist, werde ich gehen, ich bringe mich doch um, mein Leben ist sinnlos.“ Sie stand auf. Pater Buttet sah, wie sie sich an ihr Herz fasste, als habe sie Schmerzen. Er wollte sofort ins Krankenhaus fahren, aber sie erwiderte: „Nein…, es ist Liebe … Als ich zu Jesus sagte, ich gehe jetzt, weiß ich nicht wie es geschah, aber mein Herz wurde von der Zärtlichkeit Gottes durchbohrt. Jetzt weiß ich, er ist da, er liebt mich und mein Leben hat einen Sinn.“ Jesus ist da.

Eucharistische Anbetung in Epinassey bei der Gemeinschaft „Eucharistein“ (b)

Wie Pater Nicholas Buttet weiter berichtet, dauerte Alicias vollständige Heilung von ihrer Drogensucht noch lange, doch dieses Erlebnis vor dem eucharistischen Jesus war ein entscheidender Durchbruch. Seitdem fasste sie keine Drogen mehr an und begann, sich ein neues Leben aufzubauen. Mit Jesus. „Sehen Sie“, so Pater Nicholas Buttet mit Blick auf das Allerheiligste Sakrament, „Jesus ist wirklich da.“ (1)

2   Heilung eines sterbenden Kindes
Schwester Briege Mckenna, eine irischen Ordensfrau der Klarissinnen, die durch ihren Heilungsdienst seit den 80er Jahren weltweit bekannt geworden ist, berichtet von einer jungen protestantischen Mutter, deren Kind im Sterben lag. Die Mutter war durch einen Freund ermutigt worden, zu Einkehrtagen von Sr. Briege zu kommen, und hatte noch nie an etwas Katholischem teilgenommen. Sie war in heller Verzweiflung. Im Krankenhaus wachte ihr Mann bei ihrem Kind, dessen Tod kurz bevorstand. Während der Eucharistiefeier hörte die Mutter Sr. Briege über die wahre Gegenwart Jesu in der Eucharistie sprechen.  Sie hörte, dass es Jesus in der Hostie ist und dass es Jesus ist, der heilt.

Sr. Briege McKenna spricht bei dem Kongress Adoratio 2015 (c)

Obwohl sie nicht ganz verstand, was genau gemeint war, hatte sie großen Glauben an Jesus. Als während der Wandlung der Priester die Hostie erhob, streckte sie ihre Hände in Richtung Hostie aus und sagte:“Wenn Du es wirklich bist, Jesus, dann bitte heile meine kleine Tochter“. In diesem Moment musste eine unerwartete Wendung eingetreten sein, denn als sie später nach Hause kam, erfuhr sie von ihrem sehr aufgeregten Mann, dass es ihrer Tochter viel besser gehe und die Ärzte sie bald Hause entlassen wollten (2).

3    Durch den Leib Christi erwacht ein Mädchen aus dem Koma
Daniel-Ange, ein französischer Priester, der die internationale Evangelisationsschule „Jeunesse Lumière“ (Jugend Licht) gegründet hat, berichtet von der Heilung eines Mädchens, das durch den Leib Christ aus dem Koma erwachte.
„Ein afrikanisches Mädchen, das in die Universitätsklinik in Brüssel eingeliefert wird, fällt in ein irreversibles Koma. Seine Familie bittet ein Ehepaar, mit dem ich selbst gut befreudet bin, etwas zu unternehmen. Dieses öffnet die Bibel und der Blick fällt auf die Stelle ‚Sie ist nicht gestorben, sie schläft‘. Wer also kann das Mädchen wieder aufwecken, wenn nicht Jesus? Und wo ist Jesus zu diesem Zeitpunkt? Das Ehepaar bringt den Leib Christi in die Intensivstation. Gerade als der Leib des Herrn die Lippen des Mädchens berührt, öffnet es die Augen und die Lippen. Die Krankenschwestern geraten in Panik. Die Ärzteschaft ist verblüfft. Nach mehreren Krankenkommunionen kann das Mädchen das Krankenhaus wieder verlassen.“ (3)

Daniel-Ange feiert Eucharistie (d)

4   Heilung von multipler Sklerose während eines eucharistischen Segens
Bruder Leo Schwager, Mönch der Benediktinerabtei St. Otmarsberg in Uznach, Schweiz, durfte 1952 in außergewöhnlicher Weise die Kraft eucharistischen Jesus in Lourdes erleben. In einer Sekunde erfuhr er vollständige Heilung. Es war eine so ungewöhnliche Heilung, dass sie später nach vielen Prüfungen zu einem der vielen spontanen Wunder von Lourdes gerechnet und weltweit bekannt wurde. Es geschah während der eucharistischen Sakramentsprozession, die täglich an diesem zweitgrößten Marienwallfahrtsort der Welt stattfindet.

Sakramentsprozession in Lourdes (e)

Bruder Leo litt seit mehr als einem Jahrzehnt an Multipler Sklerose und befand sich im Endstadium. Die Ärzte hatten ihn aufgegeben. Er konnte sich kaum noch bewegen, nicht mehr sprechen, weder essen noch trinken, und man erwartete seinen baldigen Tod. Die Wallfahrt nach Lourdes war der letzte Versuch seiner Mitbrüder, Heilung für ihn zu erlangen. Als der Bischof mit Jesus in der Monstranz vor seiner Bahre stand und ihn segnete, „durchfuhr es ihn wie ein Blitzschlag“, wie er selbst berichtet. „Wie eine Feder habe es ihn von seinem Krankenwagen auf den Boden geworfen“, berichteten Augenzeugen, direkt vor das Allerheiligste. Der Arzt neben ihm erschrak und wollte ihn versorgen, doch Bruder Leo, der vorher nicht mehr sprechen konnte, sagte mühelos, es sei alles in Ordnung, er sei gesund. Da kniete sich der Arzt neben ihn hin, betete mit ihm an, und der Bischof beendete den Segen. Es war eine vollständige Heilung, keine einzige Beschwerde blieb zurück (4).

Bruder Leo trägt eine Kerze bei einer Prozession in Lourdes nach seiner Heilung (f)

Nach mehrjähriger Untersuchung kamen nicht nur eine, sondern sogar zwei ärztliche Kommissionen, zu dem Ergebnis, dass bei dieser vollständigen Heilung keinerlei natürliche Einwirkungen, weder körperliche noch psychische, im Spiel gewesen waren. Nicht nur, war er gerufen zu einer „besonderen Sendung als Zeuge von Gottes heilender Macht auf die Fürsprache Mariens“, wie Bischof Ivo von St. Gallen sagte. Er wurde gleichzeitig ein Zeugnis für die Macht Jesu im Allerheiligsten Sakrament. Bruder Leos Leben ist darüber hinaus bemerkenswert, weil es trotz der machtvollen Heilung von großen Leiden geprägt war und er schließlich an Knochenkrebs erkrankte und daran verstarb. Er gab nicht nur Zeugnis über die heilende Macht Jesu, sondern auch dafür, sich ganz in den Willen Gottes zu fügen. „Alles ertrug er mit Geduld“, schreiben seine Mitbrüder (5). Ist dieses nicht ein ebenso starkes Zeugnis? Wie jemand durch die Kraft Jesu in großem Leiden im inneren Frieden bleibt, und mit Ijob spricht: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, gelobt sei der Name des Herrn.“ (Ijob 1, 21)

Immer wieder bezeugt Jesus seine unbeschränkte Macht zu heilen. Eine junge Drogensüchtige wird während eucharistischer Anbetung geheilt, Bruder Leo während des eucharistischen Segens, ein kleines Mädchen, das im Sterben lag, kommt zurück ins Leben, und ein weiteres Mädchen, das durch den Leib Christi aus dem Koma erwachte — vier Beispiele von unzähligen Segenstaten, die Jesus durch sein Allerheiligstes Sakrament bewirkt. Jesus ist da, gegenwärtig in der Eucharistie, und er bezeugt sich.

 

Quellen- und Fotonachweise:
(1)  vgl. Buttet, Nicholas: The Eucharist, Adoration and Healing. In: Reid, Alcuin (Ed.): From Eucharist Adoration to Evangelization. London, 2012, S. 111-126.
(2) Briege McKenna: The Power of the Sacraments. Dublin, 2009, S. 33.
(3) Daniel-Ange: Die Eucharistie – Leib der Liebe. Linz, 2006, S. 135
(4) http://de.lourdes-france.org/vertiefen/heilungen-und-wunder/heilung-von-bruder-leo
(5) http://abtei-uznach.ch/de/pages/br.leo.php
Fotos:
(a-b) http://eucharistein.org/nos-maisons/epinassey-suisse/
(c) eigenes Bild
(d) http://a142.idata.over-blog.com/366×550/0/19/79/02/2008—1/daniel-ange
(e) http://www.pelerinage-rosaire.org/wp-content/uploads/2016/03/DSC_4802-procession-eucharistique-dubois.jpg
(f) http://abtei-uznach.ch/de/pages/br.leo.php

Ein erstes Gebetshaus-„feeling“

Herzlich willkommen zu meinem neuen Blogbeitrag!
Hier erfährst Du

1.  … wie sich unsere Vision einer 24/7 Anbetung konkretisiert hat: ein eucharistisches Gebetshaus,

2.  … es sich für uns bestätigte, „ins Obergemach“ berufen zu sein

3.  … und sich bei unserer letzten 24h-Anbetung schon ein kleines Gebetshaus“feeling“ einstellte. Weiterlesen

40 Stunden Anbetung – und was haben heilige Messe und Anbetung miteinander zu tun?

(aktualisiert am 27.8.2018)

Herzlich Willkommen zu meinem neuen Blogbeitrag. Hier findest Du

  1. Warum uns die 40h-Anbetung Anfang November in unserer Gemeinde besonders freut, und Danke an alle!
  2. Warum die heilige Messe und eucharistische Anbetung eine innere Verbindung haben. Weiterlesen

Drei Gründe, warum stille Anbetung fasziniert

(aktualisiert am 6.8.2018)
Herzlich Willkommen zu meinem neuen Blogbeitrag. Hier erfährst du drei wichtige Gründe, warum es immer mehr Menschen anzieht, Jesus in Stille anzubeten. Und warum es vielleicht auch etwas für dich ist. Was fasziniert an stiller, eucharistischer Anbetung, die so unauffällig daherkommt? Weiterlesen

Immer für Dich da

Gründonnerstag. Jesus trifft sich mit seinen Jüngern zum letzten Abendmahl. Der Apostel Paulus gibt einen dichten Bericht über die Ereignisse: „Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!“ (1. Korintherbrief 11,23-25) Weiterlesen

Sr. Briege McKenna: „Warum hat sie für die Eucharistie das Martyrium auf sich genommen?“

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Sr. Briege McKenna spricht auf der ADORATIO-2014 in der Basilika St. Madeleine im südfranzösichen St.-Maximin-la-St.-Baume, 23.7.2014

„Warum hat sie sich auf qualvolle Weise für die heilige Eucharistie töten lassen?“

fragt Sr. Briege McKenna. Sie predigt voller Leidenschaft über die heilige Margret Clitherow. Wir durften Sr. Briege vor mehreren Wochen auf der ADORATIO-2014 im südfranzösischen St.-Maximin-la-St.-Baume erleben. Weiterlesen