Archiv der Kategorie: Über die heilige Eucharistie

9/11 — Einen Unterschied machen — Paul hat es getan

Es war der entscheidende Moment. Paul Carris sah Judith Toppin, seine Arbeitskollegin, auf dem Boden sitzen, ihren Namen kannte er als neuer Mitarbeiter noch gar nicht. Es herrschte Panik am 11. September 2001 im Nordturm des World Trade Centers, gerade war der massive Einschlag passiert und das Büro im 71. Stockwerk im Nordturm begann in dieser Höhe hin und her zu schwanken, Bücher fielen aus dem Regal, Gegenstände auf den Boden. Pauls Kollegen waren orientierungslos wie er, keiner wusste, was los war. Sie sahen durch die Fenster, wie Trümmer in die Tiefe fielen. 

Atemberaubender Blick vom Observationdeck des Nordturms der Twin Towers auf das Empire State Building in New York (Foto: tomasmartinez@unsplash.com)

Einige begannen hektisch, von ihren Schreibtischtelefonen Notrufe abzusetzen, die ersten liefen schon Richtung Treppenhaus, denn schnell war klar geworden, dass die Aufzüge nicht mehr funktionierten. 10 Stockwerke über ihnen waren die entscheidenden Leitungen weggerissen, die schnell entstandenen Brände taten das übrige. 

Doch Judith konnte nicht weiter. Sie saß an der Treppe, voller Panik, umringt von ratlosen Kollegen. Sie war sehr übergewichtig und schaffte es nicht allein weiter, vor allem schaffte sie es nicht mehr, die Treppe hinunterzugehen. Paul sah sie, er entschied in diesem Moment: „Geht, ich helfe ihr herunter!“ Er packte Judith unter den Arm und versuchte sie zu beruhigen. Der lange, sehr langsame Abstieg begann, 71 Stockwerke lagen vor ihnen. 

Fluchttreppe (Foto: björnmaser@unsplash.com)

Am Morgen noch war Paul in der Messe gewesen, wie er es sich angewöhnt hatte mehrmals in der Woche vor seiner Arbeit im World Trade Center. Was bedeutete ihm der Glaube? Er hätte es nicht sagen können, waren seine Kirchgänge doch mehr Gewohnheit und Pflichterfüllung.

Doch hier, im Angesicht der Gefahr und existentiellen Not bekam Gott für ihn eine ganz andere Bedeutung. Dieses Ereignis wurde für ihn lebensverändernd. Judith begann, laut zu beten, und auch er begann zu beten, und so stiegen sie langsam abwärts, betend, langsam, Stufe für Stufe. 

Trinity Church, Manhattan, New York (Foto: maximusbeaumont@unsplash.com)

In dem Chaos registrieren sie kaum den Krach des zweiten Einschlags im benachbarten Südturm, nur fast 20 Minuten später nach dem Angriff auf den Nordturm. Vor und hinter ihnen drängten Menschen, die hinunter wollten. Er und Judith nahmen jedoch mit ihrer Breite die ganze Treppe ein, so ließen sie überall, wo es möglich war, die anderen vorbei. Es war dunkel und roch nach Benzin.

Doch Paul und Judith wussten immer noch nichts vom Ausmaß der Katastrophe, genausowenig wie die anderen im Gedränge des Treppenhauses, sie ahnten nichts von der direkten Todesgefahr, in der sie alle schwebten. „Nicht gut“, war das einzige, was Paul dachte, „nichts wie raus hier, irgendwie müssen wir es nach unten schaffen“.

Der brennende Nordturm am 11. September 2001 (Foto: Staradviser@us.com)

Über die Hälfte der Stockwerke hatten sie schon hinter sich gelassen. Wie ein Hurrikan stieß plötzlich Wind durch das Treppenhaus, verbunden mit tiefem, grollenden Geräusch. Das war der Einsturz des Südturms.

Endlich kamen sie unten in der Lobby an, inzwischen war keiner mehr hinter ihnen, sie hatten alle vorbei gelassen. Sie sahen kaum etwas, alles war in gelblichen Dunst gehüllt, der Boden übersät mit dem Glas der kathedralenförmigen, riesigen Lobbyfenster, die durch den Druck beim Einsturz des Südturms zerborsten waren, alles war bedeckt mit einer zentimeterdicken, weiß-grauen Staubschicht. Paul und Judith waren unter den allerletzten, die aus dem Nordturm herauskamen.

Blick in die Lobby des Nordturmes, im Vordergrund stand die ebenfalls zerstörte monumentale Skulptur des deutschen Bildhauer Fritz König, „The Sphere“ (Foto: Gavin-allan-wood@unsplash.com)

Ein Blick zurück, wenig entfernt in der Vesey Street, und Paul sah den Nordturm kollabieren, aus dem sie gerade entkommen waren, riesige grau-weiße Wolken aus Staub, Trümmer und Schutt bildeten sich und überkamen die Menschen. Inmitten der geschockten und in Panik weglaufenden Menschenmenge schrie ihnen jemand zu: „Rennt, rennt!“ Doch Judith konnte nach wie vor nicht rennen.

Doch gerade, als sie um eine Straßenecke gebogen waren, rauschte die riesige, grauweiße Trümmerwolke wie ein Zug an ihnen vorbei. Es war ein weiteres Wunder, dass sie nicht noch von dieser erfasst wurden, was auch den Tod, zumindest schwere Verletzungen, bedeutet hätte. Doch Paul und Judith hatten es geschafft. Sie gehören zu den vielen Überlebenden des 11. September 2001.

Eine Tragödie unermesslichen Ausmaßes, der Einsturz beider Türme (Foto: dfile-202108vf@conversat.com)

Als ich die Erzählung von Paul hörte, berührte es mich sehr. In der Stunde der Entscheidung hatte er einen Unterschied gemacht. Er ist nicht an Judith vorbei gegangen, sondern half ihr. Er blieb als einziger bei ihr, die nicht schnell laufen konnte, als alle vorüber gingen und rannten, um sich selbst zu retten. 

Mir fiel besonders das kleine, aber meines Erachtens nicht unwichtige Detail auf, dass er morgens noch vor der Arbeit zur Kommunion gegangen war. Und ich fragte mich: War es nicht doch auch die Gnade der Kommunion gewesen, die Paul den inneren Impuls und die Kraft gegeben hatte, bei Judith zu bleiben in dieser extremen Situation? Wenngleich er vor 9/11 ein Leben lebte, „auf das er nicht stolz war“, wie er es selbst bezeichnet. Doch glauben wir als Katholiken an die immensen Gnaden, die uns unverdient durch das Sakrament der Eucharistie geschenkt werden.

Der Priester zeigt die heilige Hostie (Foto: thaysorrico@unsplash.com)

Die Ereignisse des 11. September 2001 änderten schließlich das Leben von Paul grundlegend. Er entschied sich für einen geistlichen Weg und ist heute geweihter Diakon. Zwischen ihm und Judith entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft. Judith nennt Paul bis heute ihren „Engel“, der ihr das Leben gerettet habe. Doch Paul widerspricht. Er sei kein Engel und er habe „eine Seele zu retten“, nämlich die seine, das habe Judith getan. Sie habe ihn gerettet, wenn auch auf ganz andere Weise.

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VERWEISE

(1) Das ganze Zeugnis, und noch weitere, sind zu hören und anzuschauen unter:  https://youtu.be/JuyGX14R2Io?is=TSlhYnznDieOwEy-, https://youtube.com/watch?v=eygcRnPow0, https://youtube.com/watch?v=JuyGx14R2lo, abgerufen jeweils am 19.9.2026

Titelbild: In-memory-of-yan-ji@unsplash.com

Geheilt in Medjugorje

Erst vor ein paar Tagen war Coleen mit ihrem Ehemann in Medjugorje (1) angekommen, sie waren nun hier auf Rat des Priesters P. Aniello, des Ortspfarrers ihrer  Gemeinde in den USA. Trotz aller Beschwerlichkeiten angesichts des körperlichen Zustands von Coleen hatten sie die Reise nach Medjugorje auf sich genommen.

Die Pfarrkirche in Medjugorje (Foto: DeniseReilly@WallpaperSafari)

Seitdem Vicka, eine aus der Gruppe der (jetzt erwachsenen) Kinder, die davon berichtet hatten, die Muttergottes zu sehen, für Colleen gebetet hatte, war diese starke Hitze in ihrem Kopf, genau dort, wo der Gehirntumor saß. Nicht operierbar hieß es, diesen zu operieren, wäre vergleichbar mit dem Versuch, ein Kaugummi von Toilettenpapier zu lösen, so die Aussage der Ärzte.

Seit drei Jahren nun bestand die Diagnose, und der wachsende Gehirntumor begann allmählich, die Funktionen in Colleens Körper abzuschalten, inzwischen war sie auf einen Rollstuhl angewiesen. 

Das Kreuz auf dem Kreuzberg in Medjugorje (Foto: Ibaness86@WallpaperSafari)

Immer noch war die Hitze in ihrem Kopf, auch später während der heiligen Messe. Unmittelbar vor der Wandlung hörte Colleen in sich eine wunderbare Stimme sagen: „Willst du jetzt dein ganzes Herz und deine ganze Seele meinem Sohn geben?“ Sie sagte: „Ja, ich will.“ „Und willst du dein ganzes Herz und deine ganze Seele dem Vater geben?“ Sie antwortete: „Ja, ich will.“ „Und willst du dein ganzes Herz und deine Seele meinem Bräutigam, dem Heiligen Geist, geben?“ Wieder antwortete sie: „Ja, ich will.“ Dann sagte die Stimme: „Jetzt bist du ganz meine Tochter.“

Als der Priester dann bei der Kommunion die heilige Hostie auf Colleens Zunge legte und sie kommunizierte, konnte Colleen nichts mehr um sich herum hören, so erfüllt wurde sie von der Gegenwart Gottes.

Kommunion (Foto: thaysorrico @unsplash.com)

Plötzlich verschwand die Hitze aus ihrem Kopf, und auch die Schmerzen waren verschwunden. Doch kaum nahm sie dieses körperliche Geschehen wahr, weil die Erfahrung von Gottes Nähe so intensiv war, Tränen der grenzenlosen Freude liefen ihr über das Gesicht. 

Als die Intensität nachließ, merkte sie, dass sie ihre Zehen fühlen konnte, die vorher empfindungslos gewesen waren, auch Hände und Beine konnte sie frei bewegen. Später am Abend ging sie zum ersten Mal ohne Rollstuhl umher. Es war ihr sogar möglich, bei der Anbetung des Herrn zu knien und den Erscheinungsberg in Medjugorje zu besteigen.

Auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje (Foto: Steve65@WallpaperSafari)

Können wir uns die Freude von Colleens Familie vorstellen, als Colleen gänzlich geheilt und ohne Rollstuhl ihren Lieben am Flughafen in den USA entgegenging?

Wieder zurück in den USA hatte Pater Aniello den Herrn gefragt: „Warum hast Du Medjugorje als Ort der Heilung von Colleen ausgewählt?“ Nach dem dritten Mal des Fragens erhielt er die Antwort in seinem Herzen: „Ich habe Medjugorje für Colleens Heilung ausgewählt, weil ich die Anwesenheit meiner Mutter in der Welt bekannt machen will und meine heilende Gegenwart in der Eucharistie.“ (2)

Als ich dieses Zeugnis fand (3), hat es mich sehr berührt. Zum einen fühlen wir uns derzeit wieder sehr nach Medjugorje hingezogen  — war  es doch auch die erste Wallfahrt, die wir zu Beginn unserer Ehe als „frischgebackene“ Familie gemacht hatten.

Berührt hat mich aber besonders, dass mit diesem Zeugnis  die besondere Aufgabe Mariens, der Mutter des Herrn, sehr deutlich wird: Maria führt immer zu Jesus. Sie beansprucht und möchte nichts anderes. 

Anbetung in Medjugorje (Foto: tobiasdoering@unsplash.com

Auch führt sie zum eucharistischen Christus. Sie ist diejenige, die die besondere Erwählung hatte, unsern Gott und Herrn Jesus Christus in die Welt zu bringen und ihm Mutter zu sein — es ist ihre einzigartige Rolle bei der Menschwerdung Jesu. Da sie Jesus in ihrem Schoß leiblich trug, wird sie von der Kirche auch der „erste Tabernakel“(4) genannt. 

Insofern  ist es für mich nicht verwunderlich, dass viele Heilungen an den Orten, wo Maria besonders geehrt wird, im Zusammenhang mit heiliger Messe,  eucharistischer Anbetung  oder auch Sakramentsprozessionen geschehen, für letzteres ist Lourdes z.B. ein herausragendes Beispiel.

Immer führt uns Maria zu Jesus, und weist uns dabei besonders auf ihren Sohn in der heiligen Eucharistie hin. Colleens Zeugnis zeigt diesen Zusammenhang  auf wunderbare Weise.

 

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VERWEISE UND ANMERKUNGEN

(1) Medjugorje ist ein Pilgerort in Bosnien-Herzegowina und inzwischen als Gebetsstätte von der Kirche anerkannt. Seit 1981, so wird berichtet, erschien hier die Muttergottes einer Gruppe von Kindern; heute nicht mehr der ganzen Gruppe, doch wird noch heute von  Erscheinungen an einzelne der jetzt Erwachsenen aus der Gruppe berichtet. Maria stellt sich dort besonders als die Königin des Friedens vor. Nach ungefähren Schätzungen weist Medjugorje inzwischen einen Pilgerstrom von drei Millionen Besuchern jährlich auf (Stand 2019, siehe https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2019-08/bosnien-medjugorje-wallfahrt-pilgerzahl-steigt.html), besonders das Jugendfestival findet hohen Zustrom. Die Botschaften, die die Seher erhalten, betonen das Gebet, besonders das Rosenkranzgebet, Umkehr, Vergebung, die Liebe zum Nächsten, Fasten, persönliche Opferbereitschaft und vor allem auch die Bedeutung der heiligen Messe und die Anbetung von Christus in der heiligen Eucharistie. Das Dikasterium für die Glaubenslehre hat am 19. September 2024 für die mit Medjugorje verbundene geistliche Erfahrung ein „Nihil obstat“ ausgesprochen. Das bedeutet: Öffentliche Verehrung und Pilgerfahrten dürfen unter kirchlicher Aufsicht stattfinden, und Gläubige dürfen sich dieser Spiritualität mit kluger Zurückhaltung anschließen. Es wird betont, dass die dortige geistliche Erfahrung nur dann fruchtbar ist, wenn sie zu Gebet, Sakramenten, Umkehr, kirchlicher Gemeinschaft und tätiger Liebe führt. Die Eucharistie soll dabei im Mittelpunkt stehen, denn die Gegenwart Christi im Allerheiligsten Sakrament ist größer als Erscheinungen.  Letzteres ist eine Beurteilung, die jeden Marien-Wallfahrtsort betrifft, denn Maria führt immer zu ihrem Sohn Jesus Christus.

(2) Eucharistie: Als Katholiken glauben wir, dass Jesus Christus unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich und wahrhaftig gegenwärtig ist, es ist sein Leib und Blut, er ist es selbst. Die Wandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut des Herrn Jesus Christus geschieht in der Heiligen Messe, die auch Eucharistiefeier genannt wird. Eucharistie als Begriff kommt vom Griechischen eucharistia und bedeutet Danksagung. Die Eucharistiefeier gilt insofern als die große Danksagung der Kirche an Gott für die Schöpfung und für die Erlösung durch Christus. Die Wandlung ist hier der zentrale Höhepunkt, weil Brot und Wein durch die Wandlungsworte des Priesters in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden. Dies empfangen die Gläubigen dann in der Kommunion. In der Regel ist es die geweihte Hostie, Jesu Leib, die Kelchkommunion dagegen ist nur an wenigen Festtagen in der Kirche üblich. Der biblische Bezug, dass es wirklich Jesus ist, findet sich besonders an drei Stellen in der Bibel: Die Worte Jesu beim letzten Abendmahl über das Brot „Das ist mein Leib“ und über den Kelch mit Wein „Das ist mein Blut“ (Mt 26,26–28; vgl. Mk 14,22–24; Lk 22,19–20; 1 Kor 11,23–25), dann die sogenannte Brotrede, als Jesus lehrt „Mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank“ (Joh 6,51–56) und die Lehre des Apostels Paulus, die besagt, dass das konsekrierte Brot und der Kelch „Gemeinschaft mit dem Leib“ und „Gemeinschaft mit dem Blut Christi“ sind (1 Kor 10,16). Außerdem warnt Paulus eindringlich davor, den Leib und das Blut des Herrn unwürdig zu empfangen (1 Kor 11,27–29). Das setzt voraus, dass es sich nicht bloß um ein gewöhnliches Erinnerungszeichen handelt.

(3) Das gesamte Zeugnis von Coleen ist nachzulesen auf https://www.medjugorje.de/medjugorje/zeugnisse/heilungen/colleen-willard, abgerufen am 25.8.2026

(4) In: Enzyklika Ecclesia de Eucharistia, Nr. 55

 

BILDNACHWEIS

Titelbild: Medjugorje@CatholicWallpapers

Eine Heilung direkt durch die Kommunion

Silvana del Valle Cardozo aus Kolumbien berichtet von einer körperlichen Heilung durch die heilige Kommunion, die sie schon als kleines Kind erfuhr:

„Als ich klein war, 5 oder 6 Jahre alt, hatte ich alle möglichen Allergien, gegen Staub und alles, was sich so findet. Ich lebte schon fast in der Klinik, mit diesen ständigen Injektionen überall, die sie mir gesetzt haben, um die Allergien zu behandeln. Und meine Mutter sagte, ich war nun sieben Jahre alt: „Wenn sie die erste Heilige Kommunion empfängt, wird sie geheilt sein.“ Dann sprach sie mit den Franziskanern, die wir in der Nähe hatten. Und trotz meines jungen Alters — ich war ja gerade 7 Jahre alt, und die Kommunion in diesem Alter zu erhalten, war nicht erlaubt — sah der Priester, wie sehr ich schon vorbereitet war, und er machte alle Ausnahmen geltend, die es gibt, um mir zu erlauben, die heilige Kommunion zu empfangen, genau am 9. Oktober 1980. Bis heute erinnere ich mich daran. Es war, wie meine Mutter mir gesagt hatte: Seit dem ich die heilige Kommunion empfangen hatte, musste ich nie wieder wegen der Allergien in die Klinik — wegen des Glaubens meiner Mutter und der Liebe des Herrn bin ich geheilt worden.“ (1)

„Wow“, dachte ich nur, als ich dieses Zeugnis auf YouTube hörte. Es hat mit sehr berührt, vor allem, weil es nicht während eines großen Heilungsgottesdienstes, einer Heilungskonferenz oder ähnlichem passiert war, sondern weil es so still und verborgen in irgendeiner unbekannten Dorfkirche in Kolumbien geschehen ist, und ganz allein durch Jesus Christus selbst, gegenwärtig in der Eucharistie. 

Straße in Barichada, Kolumbien (Bild: Ricky Beron @unsplash.com)

Auch wurde mir einmal mehr deutlich, dass Jesus Christus  heute noch seine heilende Kraft auf uns richten will. Er hat heute noch das gleiche, so unfassbar große Erbarmen und Mitleid mit uns leidenden Menschen wie damals, als er auf der Erde war, als er Israel durchwanderte und Heilung über Heilung vollbrachte und das Reich Gottes verkündete. 

Wenn er heute Heilungen wirkt zeigt er uns außerdem einmal mehr, dass er lebt und dass er Gott ist. Jesus Christus lebt, er ist nach seinem Tod am Kreuz nicht im Grab geblieben, sondern von den Toten auferstanden, und er wirkt und lebt heute noch mitten unter uns.

Auch zeigt er uns mit dem Zeugnis von Silvana, dass er  in der heiligen Eucharistie gegenwärtig ist und von dort aus machtvoll wirkt. Die gewandelte Hostie ist Jesus Christus, der Lebendige und Auferstandene. 

Während der Wandlung in der Heiligen Messe (Bild: Holy-mass@unsplash.com)

Die Heilungen, die Jesus Christus durch seine eucharistische Gegenwart wirkt, geben genau davon Zeugnis. Jesus ist gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament, er lebt und wirkt mitten unter uns.

Gerade in der heutigen Zeit, in der der Glaube an die lebendige Gegenwart Jesu in der heiligen Eucharistie sehr in Frage gestellt wird, selbst innerhalb der Kirche, helfen uns diese Machtbeweise des Herrn, unseren Glauben besonders an diese seine Gegenwart zu stärken.

Wenn Gott seine heilende Kraft auf uns richtet, hat er immer den ganzen Menschen im Blick. Vor allem sieht er seine fundamentale Berufung, denn der Mensch ist von der Erschaffung an dazu bestimmt, in die Gemeinschaft mit Ihm, Gott, erhoben zu werden. Das heißt konkret, in einer tiefen, persönlichen, liebenden Beziehung mit Jesus Christus zu leben. 

Die Heilung und Wiederherstellung des ganzen Menschen ist ein fundamentaler Bestandteil dieser Liebesbeziehung mit Gott, um die  es immer im Eigentlichen geht.

So öffnet sich manch einer aufgrund eines Zeugnisses über die Wirkmacht Jesu für den Glauben an Jesus Christus. Oder er wird machtvoll von Seiner Liebe ergriffen, wenn er eine solche Heilung erlebt, und wird in eine  Beziehung mit dem Herrn  hineingeworfen. Immer jedoch vertieft sich ein Weg mit Jesus durch eine solche heilende Erfahrung.

Insofern ist alles Heilen Jesu auf der Linie zu sehen, in eine Liebesbeziehung mit Christus hineinzuführen, eine solche zu vertiefen und  weiter da hinein zu wachsen. Gott weiß insofern immer am besten, welche Heilung wir benötigen und in welchen Bereichen.

Was meinst Du dazu? Hast Du Erfahrungen damit? Schreib es gern in die Kommentare.

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VERWEISE
(1) https://youtube.com/shorts/vvReoxJINoo?is=gTrNLXIpVy_Ri_VN, abgerufen am 22.6.2026, eigene Übersetzung)

BILDNACHWEIS
Titelbild: Thays Orrico auf unsplash.com

 

 

Weihnachten und die heilige Eucharistie 

Es ist Weihnachten. Draußen sind die mächtigen Tannenbäume  mit Lichtern geschmückt, drinnen leuchten Kerzen und der Weihnachtsbaum. Mitten im Trubel der Familienfestlichkeiten hielt ich auf einmal inne.

Ein Satz fiel in mein Herz: „Gott wird anbetbar im Fleisch“. Der ewige Sohn Gottes, Jesus Christus, kommt als Mensch zur Welt. Er nimmt unseren Leib an, wird „Fleisch“, wird geboren aus der Jungfrau Maria. Er wird sichtbar, berührbar. 

Wir Christen kennen dieses Geheimnis — und doch, wie leicht kann es uns zur Gewohnheit werden. Weihnachten ist nicht nur ein anrührendes Märchen, sondern, so wie Papst Benedikt XVI es fasste, die Mitte unseres Glaubens.

„Gottes Wohnen … in der Welt ist eine über alles Erwartbare hinausgehende Verleiblichung und Konkretisierung  von Gottes Sein mit den Menschen. ‚Gott ist im Fleisch‘ – gerade die unlösbare Verbindung Gottes mit seinem Geschöpf macht die Mitte des christlichen Glaubens aus.“ (1)

Jesus Christus ist nicht einfach wieder verschwunden mit seiner Leibhaftigkeit. In der Menschwerdung wurde Gott leibhaft gegenwärtig, in heiligen Eucharistie bleibt er es. Von der Geburt Jesu an ist Gott nicht mehr nur unsichtbarer Geist — und das für alle Zeiten. Der gleiche Christus, der in Bethlehem geboren wurde, macht sich unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein mit Leib und Blut gegenwärtig, bis heute.

Bei seiner Himmelfahrt gab der auferstandene Christus seinen Jüngern die Verheißung:

„Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 20).

Diese Verheißung erfüllt Jesus Christus im Besonderen durch die heilige Eucharistie. Auch dies sagt uns Papst Benedikt XVI:

„Gott … ist Mensch unter Menschen geworden und geblieben, so sehr geblieben, dass er sich im Geheimnis des verwandelten Brotes in unsere Hände und in unsere Herzen legt.“ (2) 

Maria, Josef und die Hirten machen uns vor, was die Antwort auf diese seine inkarnierte Gegenwart ist: Sie beten an. Sie beten an, Ihn, den ewigen Sohn Gottes, der als kleines, hilfloses Neugeborenes in der Krippe liegt. Wir können Maria, Josef und die Hirten in gewisser Weise als die ersten eucharistischen Anbeter bezeichnen.

Sie sehen keinen Lichtglanz, keine Macht, keine Wundertaten und keine Anzeichen von Göttlichkeit, eher genau das Gegenteil. Doch sie achteten nicht auf Äußeres, nicht auf die ärmliche Krippe, nicht auf den schmutzigen Stall, nicht auf die Hilflosigkeit dieses kleinen Babys. Ihr Glauben sieht das Wunder, ihr Glauben sieht das Licht, das für die Welt aufgegangen ist.

Die Hirten sind mit Maria und Josef demütig genug, sich zu beugen vor dem, kleinen, bedürftigen Kind, das sie vielleicht sogar noch ärmlicher vorfinden, als sich selbst mit ihren Herden. Bei ihnen ist keine Reaktion zu finden wie: Das kann doch gar nicht sein, das DAS der Messias sein soll. Bei ihnen ist keinerlei solche Abwehr. Sie beten an den so sehr verborgenen und jetzt im Fleisch gekommenen, ewigen Sohn des Vaters.

Wie die Hirten zur Krippe gingen, so kommen wir heute vor das Allerheiligste. In der eucharistischen Anbetung wird Weihnachten gegenwärtig — Gott, der Mensch geworden ist, ganz nah und berührbar. Vor ihm dürfen wir verweilen und einfach nur da sein. In der Stille spüren wir: Ja, er ist da, verborgen unter der Brotgestalt.

 

VERWEISE
(1) Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 22
(2) Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 76

BILDNACHWEISE
Titel:  KI-generiert
Jesus auf dem Schoß Mariens: KI-generiert
Eucharistische Gaben: KonradHofmann@unsplash.de
Monstranz: unbekannt

Der eucharistische Rosenkranz

Hier möchten wir den eucharistischen Rosenkranz vorstellen. Diesen beten wir in unserer Anbetungsinitiative HOPE regelmäßig montags und dienstags zu Beginn der Anbetungsstunden, bevor wir in die Stille gehen (dienstags besonders für Priester und Priesterberufungen). Anfangs war es durchaus eine Frage für uns, wie eigentlich die eucharistische Anbetung Jesu, des Sohnes  Gottes,  und die Verehrung Mariens, seiner Mutter, zusammengehen?

Maria hat eine einzigartige Beziehung zur Eucharistie

Wir fanden in der Enzyklika Ecclesia de Eucharistia von Johannes Paul II, dass Maria, die Mutter Jesu, tatsächlich eine einzigartige Beziehung zur Eucharistie hat (vgl. Absatz Nr. 53, 55)

Als Mutter Jesu ist sie der Ursprung seines menschlichen Leibes.  Aus ihr hat Jesus, gezeugt vom Heiligen Geist, Fleisch angenommen, wie uns  die Bibel sagt (vgl. Lk 1,35). Gott wird Mensch in Jesus Christus. Die Mutter des Erlösers zu werden , das ist Marias große Erwählung.

Bei der Einsetzung der Eucharistie nun lesen wir in der Bibel die Worte Jesu: 

„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. … das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.“ (Lk 22,19)

Die heilige Eucharistie ist insofern die Fortsetzung der Menschwerdung Christi. Nur in der heiligen Eucharistie ist Jesus Christus wahrhaftig unter uns leibhaft gegenwärtig, und das bis heute. Mit Leib und Blut gegenwärtig, unter den Gestalten von Brot und Wein.

Das ist etwas ungeheuer Großes, dass mit unserem Verstand kaum zu fassen ist. Fast das ganze Kapitel 6 im Johannesevangelium spricht davon. Jesus selbst lehrt uns dort, was er mit der Eucharistie einsetzen wird in der Nacht vor seinem Leiden (Joh 6, 22-71).

So singen wir berühmten im Hymnus von Thomas von Aquin: 

„Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir (…) Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir〈in dem, was meine Sinne erfassen〉,doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir. Was Gottsohn gesprochen, nehm’ ich glaubend an, er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.“ (Gotteslob Nr. 497)

Maria — erste und vollkommene Anbeterin des Sohnes Gottes

In Maria nun, die Jesus in ihrem Schoß empfing, als der Heilige Geist sie überschattete (vgl. Lk 1,35), dürfen wir die erste Anbeterin des menschgewordenen Gottes sehen.

Da sie unbefleckt empfangen und ohne Sünde war (1), konnte sie in vollkommener Reinheit erkennen und im Geiste schauen, wer da in ihrem Schoß heranwuchs, wen sie gebar, wen sie mit Josef aufzog und wer dem Volk Israel das ewige Reich Gottes verkünden und wer der ganzen Menschheit dieses Reich am Kreuz öffnen würde.

Sie wurde schon zur Anbeterin, als sie Jesus in ihrem Leib trug und der gerade menschwerdende Gott in ihrem Leib heranwuchs. In ihrer unbefleckten Reinheit war sie insofern nicht nur die erste, sondern auch die vollkommene Anbeterin ihres Sohnes.

Mit Maria zu Jesus gehen und Ihn anbeten

Aus der Betrachtung Mariens zum einen als vollkommene Anbeterin  und zum anderen mit ihrer einzigartigen Beziehung zum eucharistischen Christus war es für uns ein geradezu logischer Schluss, vor dem Allerheiligsten Sakrament einen eucharistischen Rosenkranz zu beten, also Maria zu ehren (das ist keine Anbetung!) und gleichzeitig  das Geheimnis der Eucharistie zu betrachten.

Dieses würdigt Maria  angesichts ihrer großen Erwählung im Erlösungswerk Jesu und angesichts ihrer besonderen Beziehung zur Eucharistie. Gleichzeitig betrachten wir Christus im Allerheiligsten Sakrament, der hier in der ausgesetzten Hostie mit seinem Leib gegenwärtig ist.

Wenn wir den eucharistischen Rosenkranz vor dem ausgesetzten Allerheiligsten  beten, gehen wir mit Maria zu Jesus und tauchen tiefer ein in dieses  größte Geschenk Jesu, die heilige Eucharistie. Denn Er selbst ist es, der sich hier schenkt.  Vor dem Allerheiligsten Sakrament befinden wir uns in seiner allerheiligsten Gegenwart und beten an, mit Maria, seiner Mutter.

Hier ist er nun, der Eucharistische Rosenkranz.
Wir wünschen euch viel Freude und Segen beim Gebet!

Er wird gebetet wie der übliche Rosenkranz.

Die fünf eucharistischen Geheimnisse sind:

1. Geheimnis … Jesus, der sich uns im Allerheiligsten Sakrament geschenkt hat.

2. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament als wahrer Gott und Mensch gegenwärtig ist.

3. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament unser Opfer ist.

4. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament würdig ist, Tag und Nacht angebetet zu werden.

5. Geheimnis … Jesus, der im Allerheiligsten Sakrament unsere Wegzehrung ist.

Für diejenigen, die nicht vertraut mit dem Rosenkranz sind, hier eine genaue Anleitung:

Kreuzzeichen
Große Perle: Glaubensbekenntnis — Vater unser — Ehre sei dem Vater

3 kleine Perlen: Drei Ave Maria: Jesus, …

…der in uns den Glauben vermehre
…der in uns die Hoffnung stärke
…der in uns die Liebe entzünde

Große Perle: Ehre sei dem Vater

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 1. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 2. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 3. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 4. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Große Perle: Vater unser
10 kleine Perlen: 10 Ave Maria (mit jeweils dem 5. Geheimnis eingefügt)
Ehre sei dem Vater – Fatimagebet  „O, mein Jesus“

Für diejenigen, die einzelnen Gebete des Rosenkranzes nicht kennen:

Das Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Das Ehre sei dem Vater: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Das Vater unser: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Das Ave Maria: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus … (hier wird das jeweilige Geheimnis eingefügt). Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Das Fatimagebet  „O, mein Jesus“
O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

Die traditionellen (freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen) Geheimnisse  findet ihr hier: https://www.legion-mariens.de/legion-im-detail/gebete/rosenkranz/anleitung-zum-rosenkranz/


ANMERKUNGEN

(1) Zur unbefleckten Empfängnis und Sündelosigkeit Mariens:

Gott hat in seiner unermeßlichen Weisheit mit Maria ein einzigartigen, nicht von der Erbsünde befleckten Menschen geschaffen, „die neue Eva“, sozusagen die Eva vor dem Sündenfall. Diese sollte nun seinen Sohn zur Welt bringen, den göttlichen, neuen Adam, den Erlöser und Erstgeborenen der neuen Schöpfung.

Maria, die neue Eva, war gesegnet und voll der Gnade. Die Gnade konnte ungehindert in diesem reinsten, unbefleckten Geschöpf wirken. Daraus resultierte ihre Sündelosigkeit, ihr gänzliches Freisein von persönlicher Sünde während der Zeit ihres irdischen Lebens . 

Hier liegen auch die Verdienste Mariens. Anders als die erste Eva willigte Maria auch nicht in die kleinste Versuchung ein und bewahrte sich rein  durch ihren vollkommen auf Gott ausgerichteten Willen, im Zusammenspiel mit der permanent strömenden Gnade Gottes.


BILDNACHWEISE

Bilder von unsplash.com mit Dank an Mateus Campus Felipe (Titelbild), ddp-T7Z-C7gQN00 (Maria und Jesus, blauer Himmel), Mitch Hodge (Abendmahl, Kirchenfenster), Jonathan Dick (Maria und Jesus, Strahlenkranz), Matea Gregg (Anbeter vor dem Allerheiligsten)

 

Anbetung – Unter dem Blick Jesu

Was geschieht bei der Anbetung? Es fiel mir immer wieder auf, wie sehr wir das Geschehen bei der Anbetung auch als Bindungsbeziehung betrachten können, wie wir sie aus der entwicklungspsychologischen Bindungsforschung kennen.

Die Forschungsergebnisse aus der Bindungsforschung, der Säuglingsforschung und der Entwicklungspsychologie zeigen uns immer wieder, dass vor allem über den Blickkontakt mit dem Baby eine Bindungssicherheit hergestellt wird.

Einige Forscher sprechen sogar von dem liebevollen „Glanz in den Augen der Mutter“ (Kohut, 1971), durch den das Kind Liebe, Zuwendung und Annahme erlebt. Dadurch bekommt es ein Gefühl für sein eigenes, individuelles Selbst und fängt an, sich selbst zu erleben.

Deshalb sind die ersten  die ersten Tage und Wochen nach der Entbindung des Babies sehr wichtig,  zuallererst bezüglich der Bindung zwischen Mutter und Kind.

Denn hier findet von der ersten Lebensminute an über den Blick der Mutter ein sehr wichtiger Austausch statt; natürlich auch über den Blick des Vaters und anderer Bezugspersonen. 

Hier erlebt sich das Kind sich angenommen und wertgeschätzt. Es wird wohlwollend gesehen und mit Liebe und Zuwendung beschenkt. Selbstannahme und Selbstbewusstsein beginnen sich in diesem sehr frühen Stadium auszubilden.

Wie entscheidend wichtig der Zuspruch vor allem über den Blick ist, um dem Kind eine gesunde Entwicklung von Selbstvertrauen zu ermöglichen, zeigt die Bindungsforschung immer wieder. Es sind diese liebevollen Blicke, die wir verinnerlichen und aus denen wir letztlich später leben. Sie sind auf der psychischen Ebene sehr wichtige Grundlagen  unseres Selbstbewusstseins.

Wenn wir dann gestillt und füttert werden, wenn wir umhergetragen werden, aber auch später, bleiben sowohl Gesichter  mit ihrer Mimik als auch das Sich-Anschauen sehr wesentlich bei unserer Kommunikation, und es beeinflusst auch weiter unser Selbsterleben .

Eucharistische Anbetung ist ein Von-Angesicht-zu-Angesicht

Dieser Prozess, wie schon von Beginn an Eltern und  Baby sich über die gegenseitigen Blicke miteinander einschwingen, kann sehr gut als Bild für das stille Geschehen bei der eucharistischen Anbetung genommen werden. Eucharistische Anbetung gilt von jeher als ein Von-Angesicht-zu-Angesicht mit Jesus Christus. Hier sind wir unter dem Blick Jesu.

Durch die Anbetung stellt sich gewissermaßen eine Bindungssicherheit mit Gott her.

Wir erinnern uns vielleicht an dieses berühmte Beispiel des Pfarrer von Ars, als er einen Bauern aus seiner Gemeinde fragte, den er immer wieder still vor dem Tabernakel fand und der vor der Feldarbeit oft dort verweilte, was er denn dort mache? Sehr einfach antwortete dieser: Ich schaue ihn an, und Er schaut mich an.

Wie zwischen Mutter und Kind geschieht etwas in diesem Austausch der Blicke. In der eucharistischen Gegenwart Jesu geschieht  eine Veränderung,  geschehen heilsame Veränderungen.

Denn vor allem fange ich an, den Blick Gottes auf mich immer mehr zu verinnerlichen. Allmählich verstehe ich, dass ich tatsächlich gut geschaffen bin, dass ich tatsächlich eine Würde von Gott her habe, dass ich tatsächlich zu etwas Höherem von Gott gerufen bin und dass es an mir ist, Gott dadurch zu ehren, dass ich dies ergreife und zum Ausdruck bringe. 

Sr. Briege McKenna, vergleicht das heilende Geschehen bei der eucharistischen Anbetung mit dem unmerklichen Bräunen in der Sonne. Als  irische Ordensschwester diente sie  mit ihrem Heilungsdienst vor allem Priestern, dabei stellte sie immer den eucharistischen Christus, die hl. Messe und die eucharistische Anbetung in die Mittelpunkt.

Als sie selbst einmal in der stillen, eucharistischen Anbetung war und sie nichts zu sagen wusste, hörte sie den Herrn sprechen:

„Du musst mir nichts sagen. Sei einfach bei mir. Komm in meine Gegenwart. Es geht nicht darum, was Du für mich tust, sondern darum, was ich für Dich tun will.“ (Sr. Briege McKenna, Miracles do happen, S. 25)

Dann sah sie eine Person, die sich in die Sonne setzte, dort lange verweilte und sich von der Sonne bescheinen ließ. Sie tat nichts, doch langsam begann sich die Haut zu bräunen. Später sahen die Menschen, die sie später traf,  an der gebräunten Haut, dass sie  in der Sonne gewesen war, und sie selbst spürte ebenso die Auswirkungen bei sich, sie fühlte die  Wärme auf der Haut nachwirken.

Sr. Birege hörte dann nochmals den Herrn:

“So ist es, wenn du in meine Gegenwart kommst. Du wirst die Auswirkungen der Zeit, die du bei mir verbracht hast, erleben. Die anderen werden es an deinem Verhalten sehen.“ (Sr. Briege McKenna, Miracles do happen, S. 25)

Suchen wir also die eucharistische Gegenwart des Herrn, um uns immer mehr von Seinem Blick verändern zu lassen!

Wer Interesse an einem intensiven Weg der eucharistischen Anbetung hat, ist herzlich eingeladen, sich Christus in der Eucharistie zu weihen. Mehr dazu –> hier.

LITERATUR

Kohut, H.: Narzissmus – Eine Theorie der Behandlung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen. Frankfurt/M 1971
Sr. Briege McKenna, O.S.C.: Miracles do happen. Michigan/US, 1987

VERWEISE

Bilder von unsplash.com mit Dank an
St. John Seminare (Titelbild), Jonathan Borba (Mutter mit Kind), Mikael Stenberg (Vater mit Kind), Brooke Cagle (Gruppenbild), Bundo Kim (anbetender Priester), Joshua Earle (Mann unter Nordlichtern), Aleksandra Sapozohn (Frau in der Sonne)

Kommt, lasset uns anbeten!

Weihnachten ist DAS Fest der Anbetung. Wir feiern die erste Ankunft Jesu Christi in dieser Welt. Klein und verborgen, eingewickelt in ärmste Tücher liegt der menschgewordene Gott in einer Krippe in einem Stall, nur umgeben von der heiligsten Jungfrau, seiner Mutter, und Josef, seinem Ziehvater.

Und dann kommen die Hirten. Sie sind die ersten, die mit Maria und Josef anbeten, sie beten  den an,  der unser aller Messias und Erlöser ist.  Die Hirten — sie haben geglaubt, was die Engel ihnen sagten. Die Hirten — sie haben alles stehen und liegen lassen und sind herbei geeilt, um ihren Erlöser auf der Welt zu begrüßen. Es war nachts und auch im damaligen Israel eine kalte, unwirtliche Winternacht, doch sie haben nicht gezögert und sind dem Ruf der Engel gefolgt.

Die Hirten — Sie haben auch weiter geglaubt, als sie nur den armen Stall  und das Kind in der Krippe sahen, in dieser Armut und dem Elend, so arm wie sie, vielleicht sogar noch ärmer. Doch sie haben mit Maria und Josef angebetet, den Messias und  Erlöser, der noch völlig verborgen und nur im Glauben erkennbar, vor ihren Augen war.

Was sie sahen, war vielleicht nicht das, was sie sich unter dem Messias vorgestellt hatten, auf den das ganze Volk Israel seit Jahrhunderten wartete. Und doch glaubten sie und beteten an.

Gibt es hier nicht viele Parallelen zur Anbetung Jesu, wie sie uns heute vor dem Allerheiligsten Sakrament möglich ist? 

Auch wir Menschen von heute stellen uns Gott vielleicht anders vor als unter einer solchen armen Hostie verborgen. Auch wir müssen sehr oft einige Unwirtlichkeiten und innere Barrieren überwinden, um überhaupt erst zur eucharistischen Anbetung zu kommen. 

Vor allem aber brauchen auch wir den starken Glauben, dass Jesus Christus wahrhaftig gegenwärtig ist, mit Leib und Blut gegenwärtig, in der heiligen Eucharistie.

Auch für die  Hirten war der Messias und Erlöser, den sie vor sich mit ihren leiblichen Augen sahen,  nur im Glauben  erkennbar. Sie glaubten allein auf das Wort der Engel hin, die ihnen die Ankunft des Messias verkündeten und ihnen sagten, wo sie ihn finden.

Heute sind wir gerufen, das Wort der Heiligen Schrift und die Lehre der Kirche zu glauben, durch die Jesus Christus uns  sein Hierbleiben auf dieser Welt verkündet, und eben nicht nur im geistiger Weise. Sondern er hat entschieden mit seinem Opfer und als Auferstandener bei uns zu bleiben, mit Leib und Blut gegenwärtig, in der heiligen Eucharistie.

„Gottes Wohnen … in der Welt ist eine über alles Erwartbare hinausgehende Verleiblichung und Konkretisierung  von Gottes Sein mit den Menschen. ‚Gott ist im Fleisch‘ – gerade die unlösbare Verbindung Gottes mit seinem Geschöpf macht die Mitte des christlichen Glaubens aus.“ (Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 22)

„Gott … ist Mensch unter Menschen geworden und geblieben, so sehr geblieben, dass er sich im Geheimnis des verwandelten Brotes in unsere Hände und in unsere Herzen legt.“ (Papst Benedikt XVI /Joseph Cardinal Ratzinger in: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens. 2005, S. 76)

Schon im gesamten sechsten Kapitel des Johannesevangeliums weist uns Jesus auf das hin, was die Eucharistie sein wird, die er in der Nacht vor seinem Leiden stiftete: Jesus Christus selbst, mit Leib und Blut gegenwärtig  (vgl. Mt 26, 26-29; Mk 14, 22-26; Lk 22, 14-20; 1. Kor 11, 23-28).

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. … Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin, für das Leben der Welt.“ (Joh 6, 48)

Papst Benedikt XVI war es, der im besonderen auf den inneren Zusammenhang von eucharistischer Anbetung und Eucharistiefeier hinwies: 

„In der Eucharistie kommt uns ja der Sohn Gottes entgegen und möchte sich mit uns vereinigen, die eucharistische Anbetung ist nichts anderes als die natürliche Entfaltung der Eucharistiefeier, die in sich selbst der größte Anbetungsakt der Kirche ist.“ (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum Caritatis, 2007: 66) 

Er zitiert an gleicher Stelle den heiligen Kirchenvater Augustinus, der schon im 4. Jahrhundert sagte:

„Niemand isst dieses Fleisch, ohne zuvor anzubeten, … wir würden sündigen, wenn wir es nicht anbeten.“ (Zit. in: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum Caritatis, 2007: 66)

Lasst uns wie die Hirten herbeieilen, zu Jesus Christus, unserem Erlöser, und ihn anbeten. Wie die Hirten ihn erkannten als armes Kind in der Krippe, lasst uns ihn immer tiefer in der armen Gestalt der Hostie erkennen. Und ihn dann mit immer größerem Bewusstsein in der Kommunion empfangen.

Lasst es uns tun, gerade in unseren Zeiten, die oft so hoffnungslos scheinen und in der das wahrhaft Heilige und Gute und sogar selbst Gott so verkannt, missverstanden und verleumdet wird, bis hin zur offenen Verfolgung. Doch wir haben im Letzten die Hoffnung auf unseren Erlöser Jesus Christus. Kommt, lasset uns anbeten!

Wer Interesse an einem intensiven Weg der eucharistischen Anbetung hat, der ist eingeladen, sich Christus in der Heiligen Eucharistie zu weihen, mehr dazu zu finden ist hier.

Das Imprimatur wurde erteilt!

Der 3. Juni 2022 war ein besonderer Tag: Das Imprimatur wurde gegeben für die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament, genauer gesagt für die Broschüre, in der dieser geistliche Weg vorgestellt und erklärt wird.

Wie ihr wisst, liegt uns die Anbetung des eucharistischen Christus besonders am Herzen. Schon lange verbinden wir unser Engagement mit einem persönlichen, geistlichen Weg, zu dem wir uns inspiriert fühlten, eben dieser Weihe an Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament.

Eine solche Weihe bedeutet zu versuchen, ganz aus der eucharistischen Anbetung zu leben, sich von der lebendigen Gegenwart Jesu erfüllen, heilen und verändern zu lassen hin zu dem, was Paulus den „neuen Menschen“ nennt (vgl. Eph 2, 15. 4, 23-24; Kol 3, 10).

Warum ist ein Imprimatur wichtig, und was ist es eigentlich?
Ein Imprimatur der römisch-katholischen Kirche ist eine kirchliche Druckgenehmigung durch den zuständigen Bischof für eine theologische Schrift. Der Bischof prüft — manchmal mit einer Kommission oder Arbeitsgruppe — die jeweilige Abhandlung und erteilt danach die offizielle Genehmigung, es in Druck zu geb

Hier ist das Imprimatur für die Broschüre über die Weihe an das Allerheiligste Sakrament.

Der Begriff „Imprimatur“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „es werde gedruckt“. Oft wurde mit dem Vermerk nihil obstat (lat. „es steht nichts entgegen“) ein Imprimatur zusätzlich kenntlich gemacht. Ein Imprimatur ist immer nur auf einen jeweils bestimmten Text bezogen. Falls inhaltliche Änderungen daran erfolgen, muss dieser wieder neu vorgelegt werden.

Für das Anliegen der Weihe an das Allerheiligste Sakrament war der Erhalt des Imprimatur ein großer Schritt. Der geistliche Weg einer solchen Weihe wurde damit von offizieller, bischöflicher Seite befürwortet. Er tritt damit heraus aus der Sphäre der individuellen, wenn auch inspirierten Idee. Er darf mit wohlwollenden Blick der Kirche gegangen werden.

Für Gläubige gibt ein Imprimatur eine Sicherheit, nicht irgendwelchen zweifelhaften Ideen zu folgen, sondern sich im Schoß der katholischen Kirche zu wissen.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil benötigte jede theologische Schrift z.B. von Priestern und Ordensleuten ein Imprimatur. Eine Ausnahme gab (und gibt es bis heute) nur für die Schriften der für das kirchliche Lehramt autorisierten Theologen, die von vorne herein einer Prüfung unterliegen, in Zweifelsfällen sogar durch die römische Glaubenskongregation.

Ein Imprimatur mit Bischofswappen von 1907.

Eine kurze Anmerkung zum Begriff, da es oft Unklarheit darüber gibt: Bei Aussprache und Genus von „Imprimatur“ gibt es im Gebrauch regionale Unterschiede. So wird oft von „die Imprimatur“, gesprochen, also grammatikalisch weiblich, mit Betonung auf der letzten Silbe. Die offizielle Bezeichnung jedoch ist tatsächlich nicht Femininum, sondern Neutrum: „das Imprimatur“ mit Betonung auf der vorletzten Silbe entsprechend der lateinischen Aussprache. Da in unserer Region die feminine Form virulent ist, mag der Begriff, wie er hier benutzt wird, falsch klingen, doch es ist die offizielle Version, die wir gebrauchen.

Die Broschüre nun, für die das Imprimatur gilt, veröffentlichen wir hier auf dem Blog  im gleichen Wortlaut, nur unterteilt in verschiedene Blogbeiträge wegen der besseren Lesbarkeit (s. unten).

Falls Du die Broschüre als pdf-Datei herunterladen möchtest:
Die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament (pdf)

#Einführung
#1 Die Weihe: Ein Weg der Heilung
#2 Die Weihe: Ein Weg der Heiligung 

#3 Die Weihe: Eine Gnade zur Aufrichtung der Kirche
#4 Die Weihe: Ein Zeugnis über die Eucharistie
#5 Maria, die eucharistische Frau
#6 Die Weihe konkret

Wir wünschen viel Freude und Segen damit!

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VERWEISE

Bilder: unsplash.com,
außer die Bilder der Imprimaturen: eigene Fotos

Eucharistie – unerschöpfliche Kraftquelle und Königsweg

Wir glauben, dass es besonders jetzt ein dringender Ruf Jesu Christi ist, ihn in seiner allerheiligsten Gegenwart in der Eucharistie aufzusuchen. Dass es jetzt die Zeit ist, die Eucharistie als unerschöpfliche Kraftquelle und Königsweg neu zu entdecken und zu leben. Konkret meint das zuerst, die heilige Messe mitzufeiern, Jesus Christus würdig in der Kommunion zu empfangen und ihn außerhalb der Messe anzubeten. Warum gerade jetzt?

Große Herausforderungen

Die Anbetung und das Mitfeiern der Messe mit würdigem Kommunionempfang ist zu unserem großen Nutzen. Angesichts der Herausforderungen und Verführungen, die in diesen Zeiten immer größer werden, brauchen wir besondere Gnade und besondere Kraft; und diese fließen aus dem eucharistischen Jesus. Die Herausforderungen sind groß.

(Bild: thays-orrico@unsplah.com)

Zum einen stehen wir in einem Sturm der äußeren Ereignisse. Der Krieg in der Ukraine mit all den potentiellen Szenarien, die einen kriegerischen Flächenbrand auslösen können, stellt eine außerordentliche Bedrohung dar, nicht nur für Europa.

Schon allein dieses fordert uns als Christen heraus, nicht nur bezüglich der immensen Notlage für die vielen schon jetzt direkt betroffenen Menschen, sondern auch in geistiger Weise.

(Bild: george-pagan@unsplash.com)

Wo ist denn Gott?, kann eine der Fragen sein angesichts des Kriegsgeschehens mit noch unabsehbaren Folgen. Und klopfen Angst, Entmutigung und Hoffnungslosigkeit nicht auch an unsere Tür? Können wir von uns sagen, dass wir unerschütterlich im Glauben stehen, wie Paulus es schreibt:

„Doch müsst ihr unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt.“ (Kol 1, 23)

(Bild: simon-wood@unsplash.com)

Sturm des Unglaubens

Hinzu kommt ein Sturm des Unglaubens, der unsere westliche, originär christlich geprägte Welt durchzieht. Er ist eine zusätzliche Herausforderung, der wir schon lange ausgesetzt sind, der aber inzwischen immer mehr Fahrt aufnimmt. Wir sehen, dass die Umgebung um uns herum immer mehr in Gottlosigkeit und Götzendiensten versinkt.

(Bild: eric-ward@unsplash.com)

Selbst innerhalb unserer Kirche sehen wir Uneinigkeit und Streit, und wir fühlen uns an das Wort des Paulus erinnert, der schon damals von Zeiten sprach, in der grundlegende Wahrheiten angegriffen werden:

„Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.“ (2 Tim 4, 3-4)

Komm zu Jesus!

Gerade angesichts all dieser Herausforderungen hören wir in uns den Ruf Jesu, zu ihm zu kommen. Wenn die Probleme größer werden, gleich welchen Bereich es betrifft, so trägt Jesus die immer größer werdende Last mit uns. Göttliche Schultern können alles tragen; es gibt für Jesus keine zu große Last. Gleichzeitig ist er unsere Kraftquelle, mit der wir im Glauben bestehen können.

(Bild: brennan-martine@unsplash.com)

Der Ruf, zum eucharistischen Jesus zu kommen — Eucharistie als seine mächtigste und auch wirkmächtigste Gegenwart auf Erden —, ergeht in der ganzen katholischen Welt.

Es ist der Ruf, ihn in der Kommunion zu empfangen, und es ist der Ruf, ihn auch außerhalb der Messe anzubeten. Denn von ihm allein fließt die Kraft, die wir brauchen, besonders in geistiger Hinsicht. Lassen wir uns vom Schlaf aufwecken, hören und folgen wir dem Herrn.

(Bild: eric-mok@unsplash.com)

Ein Königsweg

Gerade aufgrund dieser „dichtesten Seinsweise Jesu in der Eucharistie“, wie Papst em. Benedikt XVI es nennt, ist es sicher angemessen, den eucharistischen Weg als „Königsweg“ zu bezeichnen. Königswege waren während der Großreiche in der Antike die besten und kürzesten Wege in die verschiedenen Landesteile. Sie waren allerdings nur den Großkönigen oder den Pharaonen mit ihren Gefolgen vorbehalten. Dieses ist beim eucharistischen Jesus natürlich anders. Der eucharistische Königsweg steht allen offen, die an die wahrhaftige Gegenwart Jesu im Allerheiligsten Sakrament glauben.

(Bild: clement-couchet@unsplash.com)

Drei zentrale Früchte des eucharistischen Weges

In turbulenten Zeiten werden die zentralen Früchte von Kommunion und Anbetung immer wichtiger, die da sind: 

  • Stärkung im Glauben, 
  • Festigen in der Wahrheit, 
  • Christus in uns wachsen lassen.

Gehen wir zum eucharistischen Herrn, feiern wir die heilige Messe mit und beten wir den eucharistischen Herrn auch außerhalb der heiligen Messe an. Lassen wir uns von Jesus Christus im Glauben und in seiner Wahrheit stärken, um in diesen Zeiten standzuhalten — und mehr noch: um trotz aller Widrigkeiten in der Liebe Jesu zu wachsen.

(Bild: nina-strehl@unsplash.com)

Fundamental gestärkt im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe werden wir ermutigt, mit genau dieser Kraft und Hoffnung in die Fürbitte zu gehen für diese Welt, in der so vieles im Argen liegt; für diese Welt, die nichts mehr braucht als Jesus Christus.

Die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament

Die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament ist ein geistlicher Weg, der den eucharistischen Jesus ins Zentrum stellt. Falls Du Dich in besonderer Weise dem eucharistischen Christus verbunden fühlst und es Dich zur Anbetung zieht, ist dieses vielleicht etwas für Dich.

Ähnliche Weihen sind uns bekannt z.B. von einer Marienweihe oder einer Weihe an das heiligste Herz Jesu. Solche Weihen sind Ausdruck einer persönlichen Spiritualität.

Insofern hat eine solche Weihe nichts mit dem dem Weihesakrament für das Priesteramt zu tun, und hat auch keinen Anteil daran. Jeder Gläubige kann von daher die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament für sich selbst persönlich vollziehen.

Diejenigen, die sich auf diese Weise Christus weihen, lassen sich in besonderer Weise dazu rufen, ein Leben aus der Anbetung des eucharistischen Christus zu führen. Es ist eine Weihe an Jesus Christus selbst, der unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist.

Die Nähe des eucharistischen Christus zu suchen, besonders in der regelmäßigen Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten oder vor einem Tabernakel, machen diesen Weg aus.

Selbstverständlich gehört ebenso das Mitfeiern der heiligen Messe dazu, denn die Anbetung führt genau zu dieser hin und intensiviert in uns das, was in der heiligen Messe und beim Kommunionempfang geschieht.

Diese Weihe ist eine Möglichkeit, sich selbst eine gewisse Verbindlichkeit für den gewählten geistlichen Weg zu geben. Zum anderen — so ist unser Glaube — verbinden sich mit einer Weihe besondere Gnaden, die helfen, diesen geistlichen Weg zu gehen.

Das Imprimatur wurde erteilt

Der 3. Juni 2022 war ein besonderer Tag: Die Broschüre, in der die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament vorgestellt wird, bekam ein Imprimatur. Diese offizielle, kirchliche Druckerlaubnis (imprimatur = lateinisch: „es werde gedruckt“) bedeutet, dass die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament von der Kirche gesehen und offiziell befürwortet wurde (mehr dazu, was ein Imprimatur ist, findest Du hier.)

In den unten aufgeführten Blogbeiträgen veröffentlichen wir die Broschüre, für die das Imprimatur gegeben wurde. Verschiedene Aspekte beleuchten genauer, um was es bei der Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament geht.

Du kannst die Broschüre ebenso als pdf-Datei herunterladen:
Die Weihe an Christus im Allerheiligsten Sakrament (pdf)

Hier ist die Broschüre in Blogbeiträgen:

#Einführung
#1 Die Weihe: Ein Weg der Heilung
#2 Die Weihe: Ein Weg der Heiligung 

#3 Die Weihe: Eine Gnade zur Aufrichtung der Kirche
#4 Die Weihe: Ein Zeugnis über die Eucharistie
#5 Maria, die eucharistische Frau
#6 Die Weihe konkret

Wir freuen uns, wenn es Dich inspiriert oder Du Dich vielleicht gerufen fühlst, einen solchen Weg zu gehen.